Kreativ & divers Pen and Paper spielen – Test, Analyse, Ideen

Wie kann ich meine eigene Runde möglichst kreativ und divers gestalten?

In diesem Artikel findet ihr Ideen rund ums Pen and Paper spielen, die euch in der Spielleitung helfen sollen, egal ob Anfänger/in oder schon lange dabei.

Der Selbsttest und die Analyse sollen veranschaulichen, mit welchen Klischees und Einstellungen, ob Sexismus oder Diskriminierung generell, wir unsere Kreativität sogar im Endeffekt blockieren, statt sie zu fördern und welche Optionen wir stattdessen wählen können. Ziel ist es, mit Beispielen und Tipps zu zeigen, wie die SL das eigene Pen and Paper spielen optimieren kann.

Voraussetzung ist der Wille,  zu reflektieren und zu lernen. 

Der Artikel gliedert sich in 3 Bereiche :

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Divers spielen – TESTE DICH

Willst du dein eigenes Leiten begutachten? Wenn ja: Wie wäre es mit einer kleinen Analyse? Deine Spieler/innen werden es dir danken, denn Vielfalt ist spannend :)

Ich spiele Fantasy settings, glaube aber, dass vieles auf andere settings übertragbar ist.

Setz dich in einer ruhigen Minute hin und überlege dir, wie divers deine Welt aussieht. Am besten machst du das gleich dann nach den Runden, daheim, für dich. Wenn du möchtest, kannst du dich hiermit testen:

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  • Schreib die NPCs auf, die du erschaffen hast (Beruf, Geschlecht, Wie beschrieben?)
  • Denke dabei an Haupt sowie Neben-NPCs.
  • Was fällt dir auf?

Ich habe mal selbst so eine fiktive Liste erstellt, die gleich folgt. Sie hätte wahrscheinlich so ähnlich ausgesehen, vor ein paar Jahren…..wenn ich da schon PnP gespielt hätte. Auch heute finde ich so eine NPC Aufstellung in meinen PnPs – obwohl ich das gar nicht will und natürlich aktiv versuche, gegen Klischees anzukämpfen, die dank Medien und Gesellschaft mein Gehirn mein Leben lang in diese Richtung beeinflusst haben.

Das Gehirn sucht eben nach Mustern, an dass es sich festhalten kann, vor allem, wenn man innerhalb von Sekunden eine neue, sagenumwobene Welt erschaffen soll. Das ist aber kein Grund, nicht an sich arbeiten zu wollen, sondern eher ein Ansporn für mich.

Umso wichtiger ist es für mich, inne zu halten und mein eigenes Verhalten zu reflektieren. Deshalb nutze ich mal diese fiktive Liste, denn ich glaube, dass man mit der Analyse doch einiges festhalten und daraus lernen kann. Lasst uns also Salz in unsere Wunden streuen! Bereit?

  • TESTE DICH und schau einfach mal, was dir auffällt:

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………

………

Gut, vielleicht hast du gesehen, dass es ganz schön wenige weibliche NPCs  waren.

4 von 16.

Aber ist das alles?

Sieh noch einmal hin.

……

……

Hier kommt eine mögliche Auflösung, hier kommt das Salz in die Wunde. Wenn du dafür nicht bereit bist – noch hast du Zeit, umzudrehen….diesen Artikel zu schließen und zu vergessen….

…….

……..

Teil 2: Analyse

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Okay, du bist also für Selbsterkenntnis und willst dazu lernen? Du siehst diesen Artikel nicht als Angriff, sondern als Chance? Dann lass uns gemeinsam meine Liste auseinandernehmen. Vielleicht finden sich ja ein paar Beispiele, bei denen wir uns beide kurz ansehen und denken „Ok I’m guilty, hätte man tatsächlich auch kreativer und diverser lösen können“ Es geht nicht darum, dass man manchmal Klischees einbaut sondern darum, dass man sie erkennt und im Gegensatz dazu auch mal Alternativen ausprobiert – vielleicht macht dann genau diese Vielfalt noch viel mehr Spaß :)

Es folgt nun die Analyse. Wird ausführlich. Aber treue Leser/innen wissen: So ist das hier immer. Denn der Teufel trägt nicht Prada, sondern steckt im Detail.

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  • Wirt, Soldat, Kaufmann, Zauberer, Berater … VS Frau, Tochter.
  • Alle männlichen NPCs werden mit Berufen beschrieben. Die weiblichen nicht.

„Frau von“ und „Tochter“ sind kein Beruf, sondern beschreiben nur die Beziehung zu einer Person, genauso wie es z.B. „Vater“ machen würde. Vater findet sich aber nicht in der Liste – nie. Es erscheint nicht so wichtig, die Skills/der Beruf zählen mehr – bei weiblichen NPCs fallen diese Skills plötzlich weg.

Auch wenn man, aus welchen Gründen auch immer, einer weiblichen Figur keinen Beruf geben will in einem rpg (das „realistische Historie setting“ Thema braucht nen neuen Artikel, bitte noch gedulden.) dann darf sie trotzdem auch noch andere Beschreibungen inne haben als „Frau von XY“.

Nicht falsch verstehen, gebt dem Mann eine Frau, wenn ihr möchtet, aber warum nicht auch gleichzeitig der Frau auch diesen Mann geben? Vielfältig und divers wäre, sie zu einem eigenständigen, lebendigen Wesen zu machen. Ihr könnt euch z.B. fragen: Macht sie auch noch etwas anderes (wichtiges) wie „die Frau von jemand sein“ und atmen? Atmet sie überhaupt?

Sicher, man kann nicht alle NPCs beschreiben, als wären es NPC Hauptcharaktere. Aber: Man kann z.B. mal darauf achten, wer diese „Hauptrolle“ bekommt und wer nicht. Wer eine ausführliche Charakterbeschreibung hat und wer immer „leer“ ausgeht und somit auch leer bleibt.

-> Möchten eure Spieler/innen und ihr durch eine Welt der Eindimensionalität schreiten? Nein? -> Was würde sich ändern, wenn ihr das durchbrecht? 

  • Im Beispiel haben also männliche NPCs
  • 1. überhaupt Berufe und
  • 2. kompetente/anerkannte Berufe/Stellungen

Gut, Dieb ist kein 1A „Beruf“, aber ihr wisst, was ich meine…. Warum gibt es nicht auch mal eine Königin, die das Land regiert? In unserer Welt finden sich seit der Antike bis heute viele Beispiele dafür. Oder man fragt sich: What would Daenerys Targaryen do (die im Buch)? 

(Der Artikel über Realismus-Mittelalter-Historie-Abbildung-im-rpg muss kommen, ich weiß es jetzt schon, während ich diese Zeilen schreibe….) Aber nun weiter:

  • Weibliche NPCs werden durch Äußeres, männliche NPCs durch z.B. Tugenden beschrieben

Mich fragen manchmal andere Spielleiter, wie man denn sonst weibliche NPcs beschreiben soll. Schönheit sei ja nichts Schlechtes.

Ich glaube die Antwort darauf ist:

Grundlegend kann und will ich nicht bestimmen, was jeder machen SOLL. Es geht eher ums Können und Wollen.

Will ich, dass die Figur auch noch andere Adjektive beschreiben außer „heiß“ und „ansehnlich“? Wenn nein, warum nicht?

Was könnte ich statt einem 10minütigen, sexualisiertem Beschreiben des Körperbaus einer Frau machen? Bin ich überhaupt fähig, in diesen 10 Minuten Sexualisierung etwas Anderes zu erschaffen? Ist langsam meine Kreativität/Phantasie eingerostet, sodass ich nur noch sexualisierte Bilder wiedergeben kann? Mache ich es, um die Aufmerksamkeit der Mitspieler/innen zu wecken, weil ich das Gefühl habe, sie sind gerade einfach nicht bei der Sache/müde? Will ich um jeden Preis Anerkennung in der Runde, schaffe es aber nicht durch kreative Sagen/Geschichten/Legenden/Monster und muss deshalb auf so etwas zurückgreifen? Weiß ich überhaupt wirklich, was meine Mitspieler/innen wollen? Was will ich?

Jeder darf sich diese Fragen stellen, auch die Person, die diese Zeilen schreibt.

Diese Reflexion kann aber schon auch weh tun, lernen können daraus nur diejenigen, die es gewohnt sind, sich weiterzuentwickeln und kein Problem damit haben.

Ich glaube, DU bist das, denn du bist hier und liest immernoch diese Worte. Unglaublich, was passieren würde, wenn jeder so in sich gehen würde.

Die Fähigkeit, als SL kreativ und divers zu sein, könnte man also trainieren und das ergibt, da bin ich mir sicher, eine Menge Spielspaß und eine offerenere Welt, die es der nächsten Generation einfacher macht, in dieses Hobby einzusteigen. Man könnte sich also auch fragen:

Beschreibe ich auch die männlichen NPCs nur durch Äußeres und werden sie ebenso sexualisiert? Warum haben weibliche NPCs keine Tugenden? Oder: Warum haben nicht beide Tugenden, die sich z.B. auch ändern?

Und: Mit welchen Worten wird das Äußere beschrieben? Sprache ist machtvoll, achtet mal darauf, wie ihr sie einsetzt und warum. Was könnte der Auslöser sein, dass sich nie jemand für deine Runde interessiert oder dass nach 1 gespielter Session sich keiner mehr meldet und alles im Sand verläuft? Was könntest du dafür tun, um evlt. Neulinge zu begeistern und nicht abzuschrecken? Wie kann sich jeder wohl fühlen? 

  • Schönheitsideal  („Frau in Not, lange Haare“)

Ihr wollt mehr Salz in die Wunde? Bitteschön:

Darf auch eine Frau mit kurzen Haaren gerettet werden oder sinkt da die Motivation? Wird auch eine Frau mit Glatze gerettet? Auch eine die nicht Size 0 hat? Eine ohne die typischen Rundungen? Auch eine, die keine weichen Gesichtszüge hat? Wird auch eine ältere Frau gerettet? Wird auch eine junge Frau mit Akne gerettet? Wird auch eine Frau gerettet, die total langweilig ist und den Spieler/innen augenscheinlich nichts zu bieten hat? Wird auch eine Person gerettet, bei der man gar nicht weiß, was für ein Geschlecht sie hat? Solche Dinge sollten ja eigentlich keine Rolle spielen, aber: Testet es mal aus bei eurer Runde und achtet auf die Reaktionen.  Wird der Wert eines NPCs/Menschen durch Äußeres definiert?

Finde ich ein ganz spannendes Thema.

Wenn man sich ertappt, statt Dungeon World – Barbieworld zu spielen.

(„I’m a Barbie girl, in a Barbie world, life in plastic, it’s fantastic, you can brush my hair, undress me everywhere…“ Aqua, 1997, Aquarium)

  • Ist auch mal ein Mann in Not, weil er naiv durch die Welt gewandelt ist?

Stellt euch mal den krassesten Krieger der Welt vor. Ja, auch er macht Fehler. Warum? That’s life. Es muss nicht immer die Frau sein oder der „Tagträumer“, der in einen Brunnen fällt oder totally naiv bei Nebel zu den Sümpfen geht.

Jede Fähigkeit die man hat, z.B. Scharfsinn, kann beeinflusst sein durch Emotionen. Zumindest bei komplexen, dynamischen und spannenden Figuren – falls ihr auf sowas steht? Und: Emotionen sind menschlich.

Oftmals erlebe ich Figuren als so langweilig, dass ich fast einschlafen könnte (nicht nur im rpg, auch in Büchern, Filmen usw.), denn wenn man einmal wirklich eine kreative Figur gesehen hat, fallen einem die 08/15 Charaktere eben sofort auf. Und das schlimme, ich erschaffe sie auch noch selbst. Zumindest können wir aber daran arbeiten das besser zu machen wenn wir möchten, das ist ja das Gute.

Schon wieder eine hilflose Frau in den Sümpfen die kein Innenleben hat und einfach nur als Grund dafür dient, dass sich die Helden besser fühlen…..ArGH!

Schon wieder ein Krieger der anscheinend 365 Tage im Jahr aufmerksam und treu ergeben ist, ohne den geringsten Tagtraum, ohne das geringste Scheitern, ohne die geringste Furcht,

…..weder vor Tausendfüßlern…

…….noch vor dem Ekzem, was er seit 5 Tagen mit sich schleppt und welches schon einen schwarzen Rand bekommen hat….und er sich dann doch deshalb bei Nebel in die Nähe der Sümpfe wagt….weil dort niemand ist…..um sich das genau anzuschauen bei Kerzenschein….weil in der Unterkunft kann er das nicht tun….zuviel Bros um ihn herum…..aber im Nebel ist er alleine…..dort inmitten des Sumpfes, indem…. was ist das????? OH NEIN ES PACKT IHN!! Wie konnte das nur passieren??……Ja, auch Krieger dürfen in Not sein.

  • Männliche NPCs dürfen ebenso aus ihrer Klischeerolle ausbrechen.

Ein Wirt kann ein Wirt sein, aber was macht er, wenn er den Laden abends zumacht? Sticken! Ja tatsächlich, er stickt gerne. Und das richtig schön. Wer hätte das gedacht? „Du da komm ich runter bei, ich mag es, wenn ich anderen was schönes Sticken kann, hier die Blume z.B., gar nicht so einfach mit dem Kreuzstich…“ Und während er von seinem Hobby schwärmt, nehmt ihr euch unbemerkt den Schlüssel zu Taverne….

  • Merkwürdigerweise sagt man oft „Da ist eine Frau / du triffst eine Frau“… und beschreibt höchstens, wie sie aussieht.

Okay, manchmal weiß man selbst noch nicht, was sie denn eigentlich da macht…dehalb: geb ihr ein Ziel, eine Aufgabe, genauso wie den männlichen NPCs. Mache sie lebendig und echt.

Und das ist so viel einfacher gesagt, als getan.

Sind alle NPCs der Autorin lebendig und echt? Schön wärs! Aber: Ich will mich da nicht einfach auf „Das kommt schon noch in 10 Jahren“ Erfahrungssätze verlassen.

Ich will viel lieber aktiv daran arbeiten, dass ich in 10 Jahren nicht dieselben Fehler mache und deshalb setze ich mich jetzt schon mit Kreativität und Diversität auseinander.

Gerade beim spontanen NPC erschaffen mitten im Pen and Paper, sind Figuren mit Zielen und Aufgaben immens schwierig, ich würde sagen: mit das Schwierigste von allen. Ich weiß das selbst zu gut. Gerade für Anfänger/innen ist dieses blitzschnelle Erschaffen eine große Herausforderung – und jetzt soll man auch noch darauf achten?

Ganz easy, reflektiert am besten nach der Runde, fragt euch, was ihr besser machen könnt und versucht, das beim nächsten Mal anzuwenden. Je mehr ihr euch mit diesem Thema auseinandersetzt, desto mehr können alte Muster und Klischees gebrochen werden..

  • Pro Tipp: Frauen dürfen auch noch etwas anderes machen, als mit einem Korb über den Marktplatz zu laufen und in Not zu sein

Sie können mit einem Korb über den Marktplatz laufen und in Not sein – aber gibt es auch noch andere weibliche NPCS in deiner Welt?

Was wünschen sie sich, wenn sie alles auf der Welt machen/werden könnten?

Denkt an Arya Stark. Denkt an Catniss Everdeen. Denk an Jane Austen. Denkt an ….? Was haben sie sich gewünscht, wie hat sich das evtl. geändert und was hat sich hingegen nie geändert?

  • Es gibt nur m und w in der Liste

Divers sieht anders aus.

Vielleicht wäre es eine Möglichkeit der SL, zu sagen „Du triffst Jemanden/eine Person“ und diese dann zu beschreiben

-> Somit bleibt Spieler/innen selbst überlassen, welches Geschlecht NPC hat (statt einfach zu sagen „Du triffst einen Mann“).

Vielleicht ist es auch okay, Merkmale wie „Mann“ und „Frau“ festzulegen in den NPCs, aber eben dann zu erwähnen, dass es nur eine Perspektive ist, eine Fremdbeschreibung. Dass man trotz allem vielleicht gar kein auktorialer Erzähler ist. Damit würde man eventuell die Identität nicht als unumstößlich und festgelegt definieren.

Das braucht aber sicher ein hohes Maß an Erkenntnis und Offenheit und ich kann mir vorstellen, dass manche dieses „Allwissende“ der Erzählperspektive und die Macht die sich darin befindet, nur schwer abgeben wollen. Vielleicht trennen sich hier genau die Wege :

  • Spielleiter, die kein Problem damit haben, dass es in ihrer Welt Dinge gibt, die auch sie nicht kennen/wissen und sie sich somit selbst überraschen lassen wollen, Fiktion entsteht in der Vorbereitung aber auch während dem Spielen, oder
  • Spielleiter, die Pen and Paper wegen toxischen Machtspielen spielen. Es gibt sie, leider. (Ich denke du und ich, gehören nicht dazu.)

Zum Thema Geschlecht gibt es noch viel mehr zu sagen, ich hoffe, dass Leser/innen Tipps geben können, wie man auch hier diverser spielen kann und ohne Klischee. Ich selbst habe im Bereich Geschlechtsidentität noch viel zu lernen.

Das wars erstmal zur Auflösung. Ein nur ganz einfaches, sehr grobes Beispiel, an dem man sehen kann, dass man mit ein bisschen Analyse schon weit kommt. Es geht also z.B. nicht um eine Frauenquote, sondern darum, wer diese Frauen eigentlich sind. Genauso wie es darum geht, wer die männlichen NPCs sind. Immer einfach das Gegenbeispiel vor Augen halten und so einen Maßstab setzen.

Ich kann euch nicht jede diverse Perspektive geben. Was natürlich noch fehlt in dieser Liste ist Diversität durch andere Kulturen, Austausch und Repräsentation, ein so großes Thema, dass man daraus wieder einen neuen Artikel machen muss. Wie gesagt kann ich hier und heute nicht alles besprechen. Ich glaube, dass aber die Überlegungen schonmal für mehr Diversität sorgen könnten.


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DIVERSITÄT und KREATIVITÄT –

Weitere Ideen und Überlegungen für die Spielleitung:

Es folgen nun ein paar Ideen die außerhalb des Tests fungieren, manche haben damit zu tun, andere sind losgelöst davon. Auf jeden Fall werden sie euch zum Nachdenken anregen :)

Orientierung / Stand / Familie

  • Falls ihr NPCs eine Orientierung gebt, denkt als erstes daran: Warum mache ich das überhaupt und woher wissen die MS welche Orientierung mein NPC hat? Wir laufen nicht mit Stempeln auf unserer Stirn durch die Gegend, nicht wenn wir Single sind und manche eurer NPCs werden Single sein….
  • Wird z.B. Homosexualität anders dargestellt als Heterosexualität? Woher bezieht ihr selbst euer Wissen, wie Homosexuelle sein müssten?
  • Wenn ihr darauf eingeht: Habt ihr immer wieder nur die Konstellation Mann & Frau? Was ist mit anderen sexuellen Orientierungen?
  • Denkt auch an sowas wie Patchwork Familien, ganz andere Lebensgemeinschaften, es muss nicht immer Vater-Mutter-Kind sein (alle, die jetzt Luft holen und sagen wollen: „Aber im Mittelalter!!11″…bitte Geduld.)
  • Ein Mann, der wie ein Wolf umherzieht, nirgends zu Hause ist und keine Familie gründen will? Von allen akzeptiert. Aber eine Frau die dasselbe macht? Wie reagiert das Umfeld auf sie? Mit welchen Herausforderungen hat sie zu kämpfen, welche Anschuldigungen? Kann sie vielleicht trotz allem oder gerade deswegen als Inspiration dienen?

Stereotypen

  • Gibt es auch langsame Elfen / Zwerge, die tatsächlich keinen Alkohol trinken / Krieger/innen, die auch mal die Grippe haben? NPCs sind Knetmasse, nicht in Stein gemeißelt. Man darf auch ruhig mal die Knetdosen tauschen.
  • Gibt es auch Soldat/innen, die einfach keine Lust auf Mord und Totschlag haben, es aber machen mussten und nun einsam am Stadtrand leben, weil sie dieses ganze Blutbad und sinnlose Abschlachten nicht verkraften und Alpträume haben, nachts aufwachen und schreien?………Krieg…bleibt immer gleich.
  • „Ein Kind hat dir deinen Geldbeutel gestohlen, es rennt davon. Du hinterher.“ Na, wer dachte bei dieser Beschreibung an einen Jungen? Schafft ein Gleichgewicht von männlichen und weiblichen NPCs.
  • Gibt es noch irgendetwas zwischen „jung und schön“ und „alt und hässlich“ wenn ihr weibliche NPCs beschreibt? Passt auf mit dem guten alten „Stiefmutter/böse Hexe“ Klischee. Oder James Bond Frauen Klischee ala „schön und gut“ und „schön und durchtrieben“. Es gibt auch noch weibliche Charaktere die zwischen Schneewittchen und böse Hexe liegen – oder beides vereinen – genauso sind auch wir für manche Menschen schön/gut, für andere nicht. Gut und Böse sind nicht immer so einfach zu trennen. Denk an Voldemort, vorher Tom Riddle. Denk an Cersei Lannister. Denk an den Joker. „Man stirbt als Held oder lebt so lange, bis man selbst der Böse wird.“ (The Dark Knight). ……
  • alte Menschen haben auch schöne Gesichtszüge, nicht immer sind ältere Hellseherinnen, Bettler usw. mit einer krummen Warzennase o.ä. ausgestattet – ihr bewegt euch damit zu sehr auf Gebrüder-Grimm-Eis (Einbruchgefahr 2018).
  • Stichwort Humor: Wer hat in deiner Welt die witzigsten Sprüche, wer bringt alle zum Lachen? Nur die männlichen NPCs? Falls ja: Warum?
  • NPCs mit z.B. Geh-Behinderung. Kommen sie in deiner Welt vor? Wenn ja, wie klischeehaft werden sie vielleicht unbewusst dargestellt? Was könntet du tun, um sie nicht auf ihre Behinderung zu reduzieren?
  • Überlege bei Details, ob du die genauso bei einer männlichen Figur beschrieben hättest. Wenn es nur darum geht, dass die Spieler mal wieder was „tolles vor die Augen bekommen“ ist das ein ganz mieser, alter Hollywood-Billig-Trick, der nicht gerade dafür sorgt, dass sich deine Spielerinnen irgendwie identifizieren können. Sie wandeln dann durch deine Welt im Hintergrund, während weibliche NPCs Topmodel Qualitäten an den Tag legen, unnahbar und leer bleiben (manic pixie dream girl lässt grüßen).
  • Vielleicht können die Spieler/innen den NPCs helfen, ihren eigentlichen Wünschen nachzugehen, vielleicht können sie sogar ein wenig helfen, die Gesellschaft zu verändern? Kommt natürlich immer aufs System an und der eigenen Intention/Gesinnung der Chars. Ich gehe jetzt mal von Dungeon World aus und glaube, den größtmöglichen Einfluss auf eine Spielwelt und damit die größte „Befriedigung“ hat man tatsächlich doch dadurch, dass man etwas gemeinsam positiv verändern kann in der Welt, die die SL einem offenbart. Denn ohne die Fähigkeit das zu tun, warum dann überhaupt pnp spielen? Was unterscheidet mich dann noch vom Monster im Sumpf? Wenn ich blanke Zerstörung und Tod will, schmeisse ich den alten PC an und spiele auf einer Diskette DOOM, da brauche ich kein pnp dazu. Und vor allem keine Mitspieler. Deshalb: Die Gesellschaft und die Personen darin mit meinem Handeln irgendwie positiv zu beeinflussen und gleichzeitig mich selbst zu verwirklichen – wäre das nicht ein spannendes, herausforderndes PnP Ziel?
  • Fazit: Erschaffe Nebencharaktere, die nicht voller Klischees sind (oder mache sie absurd auffällig klischeehaft)

Ebenfalls weitere Möglichkeiten, die man sich mal anschauen kann (bitte Suchmaschine betätigen):

  • Bechdel-Test (für Film ausgelegt, funktioniert aber auch bei rpgs)
  • rosa/hellblau Falle (für Kinder ausgelegt, trotzdem super um Klischees aufzuzeigen)
  • Artikel lesen über Film-Stereotypen. Man darf Stereotypen anwenden in seinem pen and paper, sollte aber auf ein Gleichgewicht schauen. Gibt es auch noch die andere Seite oder sind meine NPCs ausschließlich klischeehaft? Female Stereotypes Movies usw. In Englisch gibt es da eine ganze Menge
  • Serien/Filme schauen, die von Kritiker/innen u Zuschauer/innen als divers bezeichnet werden.
  • Umgebung erweitern, sprich die eigene „Blase“ erweitern durch Follows von Menschen, die über ihre Erfahrungen mit diesen Themen aus erster Hand berichten. Man kann da viel lernen und das aufs rpg übertragen (und natürlich aufs eigene Leben)

Denke zuletzt immer daran: deine pnp Welt ist DEINE fiktive Welt.

Das ist eine FANTASY Welt, du kannst erschaffen wie, was und wen du willst. Ich hoffe, ich habe dir mit meinen Ideen ein paar hilfreiche Gedanken mit auf den Weg geben können, sodass du nun mit vielen Antworten aber auch neu aufkommenden Fragen dein eigenes Spiel betrachten und optimieren kannst:

  • Ergebnis: Eine vielfältigere, interessantere Welt
  • die gleichzeitig SAVE ist für Mitspieler/innen

Von der du dann jedem/jeder erzählen kannst. Nichts mehr von wegen „Du wir spielen da so ein Pen and Paper und da gibt es Zauberer und Drachen und Kämpfer.“ Nein. Es heißt dann „Wir spielen ein Pen and Paper, aktuell ist das eine Welt in der …“ und dann kannst du easy aufzählen, wie divers sie ist.

Leute werden sich willkommen fühlen.

Sie werden sich identifizieren können.

Das weckt Neugierde und Interesse.

Egal welchen Geschlechts, Orientierung oder Herkunft – bei dir ist jeder willkommen und das zeigst du damit auch.

Und ja, vielleicht strebt jeder in dieser Welt sogar das an, was das Mondenkind in der unendlichen Geschichte von Michael Ende damals gesagt hat, über die Welt Phantasien und die Welt der Menschen:

„Alle, die bei uns waren, haben etwas erfahren, was sie nur hier erfahren konnten und was sie verändert zurückkehren ließ in ihrer Welt…

Darum konnten sie nun auch ihre eigene Welt und ihre Mitmenschen mit anderen Augen sehen. Wo sie vorher Alltäglichkeit gefunden hatten, entdeckten sie plötzlich Wunder und Geheimnisse. Deshalb kamen sie gerne zu uns nach Phantasien.

Und je reicher und blühender unsere Welt dadurch wurde, desto weniger Lügen gab es in der ihren und desto vollkommener war also auch sie.

So wie unsre beiden Welten sich gegenseitig zerstören,

so können sie sich auch gegenseitig gesund machen.“

Eure Anna

*mit AURYN um den Hals*

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Dieser Text entstand innerhalb 4 Wochen, freiwillig und unbezahlt, dafür mit viel Liebe und der Intention, etwas Verändern zu wollen. Bitte nicht vergessen, Danke :)

Und an dieser Stelle ein Danke von mir an Dich, für Lesen und Teilen und auch fürs Nachdenken. Danke wirklich. Ich sehe jede Unterstützung und das ist der schönste Lohn <3

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6 Gedanken zu „Kreativ & divers Pen and Paper spielen – Test, Analyse, Ideen

  1. Danke <3 Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Das war ausführlich, detailiert und anschaulich beschrieben. Ich könnte allerhöchstens noch ein neues Fass aufmachen und den Mädels in Fantasyspielrunden mit auf den Weg geben, auch mal was anderes auszuprobieren. Ich muss dazu mal eine Annekdote loswerden. Ich kenne viele verschiedene P&P-Runden aus verschiedenen Genre. CoC, Endzeit, Zombies, Fantasy, SicFi, etc. Diese Runden waren immer jungsdominiert. Ich hab nix gegen Pimmelparade, solange die Runden unterhaltsam sind. Es gab allerdings drei Fantasyrunden, in denen jeweils ein Mädchen mit am Tisch saß. Um so enttäuschter war ich über die Charakterwahl dieser drei Damen. Dazu sei noch gesagt, diese Runden waren alle voneinander getrennt und diese drei Mädchen kannten sich nicht untereinander. Ihre Charakterwahl war also voneinander unabhängig. Aber alle drei haben eine Elfe gespielt. Und nicht nur das. Alle drei haben eine Elfe designt, die groß war, schlank, lange leicht lockige Haare hatte, sie war stark, mutig und hatte einen eher wenig einschränkenden Malus, wie eine Narbe oder eine kleine Verrücktheit, die im Spiel aber kaum zum Tragen kam. Die Jungs wählen sich so Sachen aus, wie der alte klapprige Mann, ein viel zu kurz geratener Troll, ein hässlicher Oger, ein kantiger Halbstarkter, der aber nichts drauf hat und so weiter. Selbst die Jungs wählen sogar manchmal weibliche Charaktere fürs Spiel. Liebe Mädels, nicht nur der Gamemaster muss Diversität in sein Spiel bringen, auch ihr müsst ihm etwas interessantes liefern. Bleibt nicht am Standart hängen und vermeidet Klischees.

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    1. Hallo und vielen Dank fürs Lesen, dem Feedback und das Teilen deiner Gedanken :)!

      Ich stimme dir zu, es wäre schön, wenn die Wahl der Spielerchars vielfältiger wäre. Allerdings glaube ich, dass es hierfür gute Gründe gibt. Wahrscheinlich ist das wieder ein neuer Artikel aber ich versuche, jetzt schonmal meine Gedanken hier zu teilen, vielleicht passt das ganz gut auf deinen Beitrag :):

      1. Ich glaube, der von dir beschriebene Typus ist vollkommen in Ordnung und hat seine Daseinsberechtigung, auch, wenn es z.B. eine Elfin ist, die lange Haare hat usw. und vollkommen dem Klischee entspricht. Diversität heißt ja nicht, diesen Typ wegfallen zu lassen. Man kann auch noch so aufgeklärt sein, wenn man einfach Elfen dieser Art mag, dann ist das einfach so. Hauptsache, man erweckt sie zum Leben und füllt sie mit kreativen Zügen und Charaktereigenschaften. Ich stimme dir zu, man muss dem GM aber auch etwas geben und es wird sehr schwierig, wenn die Spieler/innen nur „Schablonen“ liefern.

      2. Es gibt, wie ich beobachtet habe, oft keinen Platz, um überhaupt mal etwas anderes auszuprobieren. Mit Platz meine ich nicht nur das System (es gibt ja genug freie) sondern de Platz, den der Rest der Runde der Spielerin einräumt. Als ich neu in dieses Hobby eingestiegen bin habe ich gemerkt, dass es eine gewisse Erwartungshaltung der Mitspieler gibt, dass die Spielerin genau diesen Typ auswählt (mehr darüber in: https://vonhintenwievonvorneblog.wordpress.com/2018/07/17/hat-die-pen-and-paper-szene-ein-problem/) und warum so viele dieser Erwartung wohl nachgehen.

      3. Ich bin noch mit männlichen Helden aufgewachsen, die weiblichen waren exakt wie der von dir beschriebene Typus. Auch wenn es inzwischen etwas besser wird, es gibt noch immer zu wenig weibliche, medial bekannte und geförderte Identifikationsfiguren. Das fängt schon im Kindesalter an, ich merke das immer, wenn ich in die Kinderabteilung eines Modegeschäftes schaue.

      Mädels: rosa, niedliche Tiere, schöne Prinzessinnen.
      Jungs: blau, Abenteuer, Wissenschaft, Superhelden oder wilde Tiere/Monster.

      Schon von klein an werden wir überall damit konfrontiert (geht in Büchern, Filmen, Werbung weiter), niemand geht komplett unbeeinflusst durch diese Welt. Deshalb ist es kein Wunder, wenn wir viele Jahre später in einer rpg runde nur diesen einen Typus nehmen. Nicht weil wir unkreativ sind oder weil wir uns inzwischen von der Beeinflussung versucht haben zu lösen, sondern weil wir in unbekannten Situationen immer noch auf bekannte, jahrelang mitbekommene Muster zurückgreifen. Denn viele von uns haben erlebt was passiert, wenn man das Gegenteil macht.

      All die von dir beschriebe Beispiele gibt es nicht oder nur sehr selten in weiblicher Form. Und auch wenn es sie gibt, ist da immer noch diese Beeinflussung. Das führt dazu, doch eben den Typ zu nehmen, der wenigstens von vornherein etwas Respekt bekommt von MS (hässliche Ogerin Vs. schöne Elfe).

      Diese Freiheit empfinden einfach viele noch nicht, es ist ein gewisser Druck da und der verbindet sich mit Erfahrungen der Realität (Werde ich als zu kurz geratene Trollin überhaupt wahr genommen, wenn es schon als schöne, starke Elfe so schwierig ist, überhaupt mal Fuß zu fassen?) Habe viele Berichte gelesen, in denen das der Fall war. Es ist ein Risiko. Man muss sich sicher fühlen.

      Als letzter Punkt muss man erstmal überhaupt auf die Idee kommen. Wie gesagt, wenn man so aufgewachsen ist und sich noch nie damit befasst hast, schwierig. Deshalb können wir aber als GM Einfluss haben und zumindest z.B. Systeme raussuchen die offener sind, MS ermutigen, andere Chars zu wählen und ihnen die Sicherheit geben, das auszutesten. :)

      Ganz viel Liebe für dich und für das, was du tust und wie du mithilfst, diese Szene besser zu machen <3

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  2. Jetzt bin ich nach Tagen endlich mal dazu gekommen, diesen wundervollen Beitrag zu lesen, und habe es nicht bereut! Du lieferst ganz viele tolle Anhaltspunkte zur Orientierung, und ich werde sicher auch wieder davon zehren können :)

    Bei der Kontrolle meiner NPC-Liste ist mir gerade aufgefallen, dass ich zwar einige Rollen direkt weiblich besetze (so wurde die Heldengruppe z.B. einmal von mehreren Räuberinnen überfallen), aber dafür beim klassischen „Wirt“ praktisch immer zuerst den Mann festlege. Das werde ich ab sofort ändern :)

    Ansonsten habe ich mir durchaus schon den einen oder anderen Klischeebruch geleistet. Besonders stolz bin ich auf eine Ergänzung eines Abenteuers, das ich aktuell leite: da wird eine Hexe vom Geist einer anderen Hexe besessen und muss gefunden werden. Das hab ich bei meiner Gruppe über einen neu eingeführten NPC zum Laufen gebracht: eine junge Frau, die nach ihrer „geliebten Schwester“ sucht. Tja, wenn man irgendwann checkt, dass Hexen einander gegenseitig als Schwestern bezeichnen… ;) (die Gruppe hat diese Tatsache übrigens ohne großen Kommentar zur Kenntnis genommen. Ich mag meine Gruppe!)

    Zur Heldenthematik: da ist die aktuell einzige Frau in unserer Runde zum Glück auch lieber kreativ tätig. In ihrem Fall wurde es „so ähnlich wie Arya Stark“ – eine Adlige, der übel mitgespielt wurde, die das Töten erlernt hat und jetzt mit Tarnidentität auf persönlichem Rachefeldzug mit „Kill-Liste“ unterwegs ist. Und die Mitspieler erahnen noch nicht einmal, was sich hinter ihrem Spiel verbirgt!
    An dieser Stelle kann ich nur empfehlen: lasst als SL eure Spieler*innen ein Geheimnis haben. Das kann ein kleines oder ein großes, ein unwichtiges oder weltbewegendes sein, aber es macht den Charakter so viel spannender! Erarbeitet das am besten gemeinsam und legt einige Eckpunkte fest, damit sich beide Seiten orientieren können. Das zu definieren kostet natürlich Zeit – im Fall der „Arya“ haben wir sicher mehrere Stunden zu zweit am Feinschliff gebastelt, damit die Tarnung wasserdicht ist – aber es macht die Spielrunde automatisch vielschichtiger.

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  3. Danke für diesen interessanten Beitrag. Ich glaube allerdings, dass es für eine fundierte Verwendung noch weiteren Kontexts bedarf.
    Ich kann ohne jede Analyse sagen, dass ich Spielfiguren nicht so divers gestalte, wie es theoretisch möglich wäre. Ich bezweifle allerdings, dass es mir oder meinen Mitspielern helfen würde das zu tun. Ist mein Wirt immer männlich? Nein, aber spielt keine Rolle, denn die Spieler interessieren sich nicht für Persönlichkeiten ohne abentuerrelevante Funktion. Niemand weiß zwei Szenen später noch welches Geschlecht der Händler hatte oder welcher ethnischen Gruppen er angehörte. Spanend wäre also die Frage, wer profitiert wann von diesem Ansatz.
    Sehr problematisch erscheint es mir Spieler aufgrund ihrer Präferenz bei der Wahl der primären Merkmale ihrer Spieler-Figuren diskriminieren zu wollen. Ist eine Person zu kritisieren, weil sie gerne schöne Menschen (Elfen etc.) Spielt? Was ist mit dem Kerl, der immer den muskelbepackten Barbar spielen will? Soll ich dem dann mitteilen, dass seine Wünsche die Sicherheit seiner Mitspieler gefährden? Und dann? Wenn meine eine Tochter sich gerne als Prinzessin verkleidet, die andere lieber als Pirat, was sagt das dann? Eine bricht mit Klischees = gut, die andere nicht = schlecht? Wohl kaum.
    Also zurück zum Anfang. In welchem Kontext sollte ich gesteigerte Diversität in meiner fiktiven Welt forcieren und wem hilft das? Eine Welt in der ständig alles anders ist als wir es erwarten kann auch anstrengend sein. Vielleicht nicht immer der beste Ratschlag für eine Spielrunde nach einem langen Arbeitstag. Anders ist ja erst mal kein Wert an sich. Es sollte ja auch etwas für alle bringen. Vielleicht lohnt es sich auch über solch eine Prämisse nachzudenken.

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    1. Hallo Krassling, schön, dass du hier gelandet bist :) Mein Artikel und die dazugehörende Analyse ist für alle, die sich eine diverse Welt wünschen und fragen, wie man das umsetzen kann.

      Genannte Beispiele sollen als mögliche Optionen dienen.

      Es geht also nicht so um die Definition oder Intention von Diversität, sondern eher um die reine Hilfestellung und wie man das in sein rpg spielen übertragen kann.

      Verurteilt wird dabei niemand (außer ich mich selbst ;) ).

      Wenn dich das Thema weiter interessiert würde ich dir erstmal ganz allgemein Artikel über Diversität empfehlen (das Netz ist ja ziemlich gut ausgestattet was das angeht), was Diversität überhaupt heißt, was es aussagt und vor allem: was nicht. Sicher beantworten sich deine Fragen/Annahmen dann auch von selbst, bei Bedarf kannst du immer auf mich zurückkommen ;) GLG

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