Noch eine Runde, GIGA!

Liebes GIGA Team,

ja, ich dachte auch nicht, dass ich an einem Dienstag Abend mich hinsetzen werde um euch extra einen Blogeintrag zu widmen. Aber was soll ich sagen? Ihr habt ja selbst geschrieben, dass es euch eigentlich um Frauen in der Gaming Branche geht. Vielleicht schätzt ihr dann eine Stimme außerhalb eurer Redaktion, die genau das repräsentieren kann.

Zufälligerweise war ich wohl eine der ersten, die den Tweet gesehen hat (den ihr dann aus mysteriösen Gründen gelöscht habt).

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und euch geantwortet hat. Auch auf euren Folgepost:

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nämlich das:

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Es haben sehr viele Menschen mit mir übereingestimmt und deshalb meinen Tweet gelikt, der an euch gerichtet war. Auch ihr habt das gesehen: Wir standen plötzlich im Dialog. Wahrscheinlich wollte das keiner von uns so, ihr kennt mich nicht und ich kenne euch… natürlich. Von früher.

Nun ist es so, dass ich es nicht auf eine ewige Auseinandersetzung angelegt hatte, das habe ich nie, das ist nämlich online echt zermürbend. Dazu war ich gerade dabei mein neues Video fertig zu stellen und total im Zeitdruck. Das letzte was man da gebrauchen kann, ist so ein provokanter Tweet.

Da ich aber

  • selbst Let’s Playerin bin und
  • mich ebenfalls aktiv in der rpg Szene bewege, als Spielerin, Spielleitung, Bloggerin und Videoproduzentin
  • und viele Kolleginnen kenne,
  • viele Leserinnen habe die mir über ihre Erfahrungen berichtet haben
  • und ganz unabhängig davon jeden einzelnen Tag Sexismusberichte auf meinem Twitter Feed erscheinen,
  • ich Kommentare auf YT lese bei bekannten und unbekannten Let’s Playerinnen,
  • ich die schlimmen Chats kenne von Twitch Streamerinnen

konnte ich alleine schon aus meiner Verantwortung heraus zu diesem Thema nicht still sein. Denn so, GIGA, wird unser Alltag in dieser Branche noch schlimmer. Und das ist inakzeptabel.

Ich sagte also, was man mit 280 Zeichen sagen kann. Ich dachte, dass das auch reichen würde, um euch zum Nachdenken zu bewegen.

Für mich: Fall erledigt und die Hoffnung, dass ihr draus lernt. Ich mache auch nicht bei jeder kleinen Meinungsverschiedenheit einen Blogpost auf, vielleicht könnt ihr auch daran sehen, dass ihr einfach eine Grenze überschritten habt. 

Wofür ich Verständnis habe: 

  • wenn man einen Fehler macht
  • wenn man sich ehrlich entschuldigt
  • wenn man nicht alles weiß
  • wenn man in dem Moment überfordert ist

Wofür ich kein Verständnis habe:

  • wenn man einfach nicht aufhören kann, als großes Unternehmen sich von einer Rechtfertigung in die nächste zu stürzen und damit alles nur noch schlimmer zu machen.

Es ist also ganz einfach. Auch aus Social Media Sicht, war das ein kompletter Reinfall. Dass eine kleine Bloggerin einem großen Unternehmen nun auch erklären muss, wie man mit „Kundenfeedback“ umgeht, puh. Als Gratis Tipp: Es hätte einfach gereicht, wenn ihr gesagt hättet (und das dann natürlich auch so meint):

„Entschuldigung. Wir werden uns die Kritik zu Herzen nehmen“.

„Danke, dass ihr uns aufgeklärt habt, dass ihr euch die Mühe macht, uns sachlich auf unsere Fehler hinzuweisen. Anscheinend liegt euch was an uns.“

Basta. So macht man das als modernes, Feedback annehmendes Unternehmen. (Verdammt, nun geb ich ja doch ein Seminar…)

Auch für mich wäre das echt entspannter gewesen und für euer gesamtes Team wahrscheinlich auch. Manchmal ist es ja auch bekanntlich besser, eine Nacht drüber zu schlafen. Vielleicht hättet ihr dann die Folgedikussionen mit etlichen Personen auch gar nicht gebraucht.

Wie ich euch auch schon gestern geschrieben habe, schätze ich eure Mitarbeiter/innen, die aufklärend arbeiten und dafür sorgen möchten, dass solche Themen wie Sexismus ernst genommen werden. Wir sind sozusagen „Kolleginnen im Geiste“, gerade deshalb ist es umso schlimmer, was ich gestern von euch lesen musste.

Und es hörte einfach nicht auf.

Wenn man bei 1 Tweet noch sagen kann: Oh damn!

kann man das nicht bei 5, 6, 7, weiteren Folgetweets sagen (von denen viele ja an mich gingen).

Man hätte euch gerne zugerufen, 

„Nehmt der Person das Handy aus der Hand!“ oder

„Omg, schaltet Twitter nun einfach mal aus bis Morgen!“

(Wieder ein kostenloser Tipp, schreibt einfach mit).

Ich kann nur vermuten, was der Rest von Deutschland (*priviligiert) gestern so gemacht hat, vielleicht DHDL geschaut oder sich eine Pizza bestellt, vielleicht spätabends bedeutende journalistische Nachforschungen angestellt….all das wäre auf jeden Fall besser für euch gewesen als das, was sich da über Stunden hinzog.

Erschreckend zu sehen, wie ihr euren eigenen Account Stück für Stück immer mehr selbst angezündet hat. Da musste keiner von uns irgendetwas machen. Irgendwann haben wir alle euch nur noch von weitem zugesehen. Ich kann euch sagen, es war ein Trauerspiel.

Sicher haben wir beide unseren Feierabend anders vorgestellt. Der Unterschied? 

Ihr habt einen sexistischen Post abgesetzt und ich nicht. 

Was bleibt mir anderes übrig als darauf zu reagieren, wenn ein so großer Account mit so viel Einfluss Dinge schreibt, die meine Lebenswelt negativ beeinfussen? Meine Arbeit, die ich tagtäglich mache? Die Arbeit von all den LPerinnen da draußen, Streamerinnen?

Nach jedem Tweet dachte ich, okay, jetzt hast du es nochmal mit anderen Worten ruhig erklärt, nun müsste das reichen. Nein, tat es nicht. Lag es an mir? Nein, auch andere versuchten euch zu sagen, was ihr mit jedem neuen Post noch schlimmer gemacht habt…

Und ja, als ihr dann euren letzten Post an mich abgesetzt habt und ernsthaft gefragt habt, ob ihr „das so übernehmen dürft“ aka meine Ideen und Gedanken als eure verkaufen wollt (in der Uni heißt das übrigens Plagiat und ich glaube auch außerhalb?), dafür bezahlt werdet und dann auch noch so tut, als würdet ihr Frauen in der Branche unterstützen – sry, aber da muss auch ich sagen:

Es reicht mir jetzt. Es reicht Leute. Irgendwann ist auch gut mit „war nur ein Missverständnis“. 

Nach dieser Frage sagt selbst mein pazifistisches Herz: 

Was. Zum. Teufel. Soll. Das???

Und so schnell man mit solch einem Post auch Gefahr läuft, vor allem als Frau, die Intention zugeschrieben bekommt irgendetwas „anzetteln“ zu wollen, zu übertreiben oder nicht zu wissen wann gut ist: Für mich war nach 1 Tweet die Sache gegessen aber das was da von euch kam, bis zum finalen Ende, macht mich fassungslos.

Ihr GIGA, habt das alles schon selbst angezettelt. Und nun meine eigenen Gedanken und Ideen vermarkten zu wollen, das womöglich hinter dem Deckmantel „Frauen in Gaming, wir supporten sie“ verstecken zu wollen, das ist ein richtig großes Fuck you an mich und alle kleinen sowie großen Content Produzentinnen da draußen. Der Spaß hört hier wirklich auf.

Deshalb:

  1. „Alles ein Missverständnis“

Was an der Aufforderung, man solle euch eine PN schreiben, ob weibliche Chars in Videospielen vorkommen sollten, ob Frauen streamen sollten, kann man denn missverstehen? Deutlicher geht es ja wohl nicht?

2. Ihr stellt euch eine große Frage: Warum gibt es immer wieder frauenfeindliche Kommentare?

Was ihr aber ursprünglich gepostet habt, hat mit dieser Frage absolut NICHTS zu tun, gar nichts: „Sollen Frauen streamen?“

Nehmen wir mal an, Lukas schreibt euch eine Mail: „Ja Frauen sollen streamen“, 

Dann kommt Thomas und schreibt „Nein, sollen sie nicht, zerstören die ganze Branche.“(btw: als ob ob Sexismus nur offen passiert, als ob sich alle Sexisten dessen bewusst sind, was sie da machen….)

So. Und jetzt? 

Was für einen Gewinn zieht ihr daraus? Wo liegt hier die Antwort? Was hat das mit Journalismus zu tun, wenn ihr im Endeffekt nur das reproduziert, was ihr vielleicht selbst schon unter euren Artikeln festgestellt habt. Nun habt ihr also…was? Ein paar PMs mehr, in denen Leute sich als Sexisten outen sollen/oder nicht und daraus macht ihr dann….was? 

Oder es schreiben euch Frauen „Ja, doch, wir sollen streamen, klar.“ Ok. Wieder die Frage: Was soll das? Wie führt euch das irgendwie näher an die Antwort, warum es frauenfeindliche Kommentare gibt? Habt ihr auch mal an die Ergebnisbewertung gedacht, also „Was fange ich mit meinen Antworten an?“ Ich meine, das lernt man doch im 1. Semester, wenn nicht schon in der Schule?

3. Ihr sagt, ihr arbeitet gegen Klischees und hebt eure Artikel hervor, anstatt auf Kritik einzugehen.

2 Artikel okay,…mal so von der Relation her…etwas wenig? Vom 3. Artikel wollen wir hier mal nicht sprechen, indem ein männlicher Autor freudig festellt: JA, weibliche, gute (!) Charaktere sind ein Gewinn.

Danke an dieser Stelle fürs approven! Hätte ja auch ganz anders ausgehen können *Schweiß von Stirn wischt*

4. Ihr bezeichnet euren Tweet als naiv.

Ehrlichkeit ist der 1. Schritt zur Besserung aber mit 28.000 followern sollte man dann nach so einem Fehler auch Konsequenzen ziehen oder sich einfach nicht journalistisch geben. Wie kann es sein, dass meine Kolleginnen, die private Blogs, Spieleberichte, Let’s Play reviews usw. zu diesem Thema führen, gewissenhafter, sorgfältiger und erfahrener arbeiten, als das was ihr gestern gezeigt habt? Ich meine, wir reden hier nicht von einem einzigen Fail Tweet, wir reden von einer Summe an Tweets, bei denen man nur noch den Kopf schütteln kann. Wie kann das sein? Stellt ihr euch, ganz ehrlich diese Frage?

Auf meine Frage, wo eure Verantwortung bleibt, habt ihr nichts geantwortet (es würde nicht die einzige unbeantwortete Frage bleiben).

5. Ihr sagt, dass ihr den Tweet in den richtigen Kontext hättet setzen sollen:

Newstime: Kein Kontext der Welt setzt „Brauchen wir….?“ „Sollen Frauen streamen oder nicht?“ in irgendeinen denkbar richtigen Kontext. Keiner. (Wenn doch, bitte sendet ihn mir und erklärt ihn mir).

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6. Ihr beruft euch auf die Behandlung mit Queer Themen

Es ist immens wichtig, dass ihr diese Themen ansprecht, aber in diesem Kontext hilft es auch nichts, wenn ihr denkt, dass ihr dadurch bei Sexismus Absolution bekommt.

Ich sag mal so, dass ist wie früher von der Schule nach Hause kommen und dann sagen „Ich hab ne 5 geschrieben, aber in Musik hab ich ne 2+!“ Wenn ihr schon so oft Naivität betont…. 

Außerdem sind Menschen aus der Queer Community, wie ihr gestern sehen konntet, ebenso mit euren Posts absolut unzufrieden und haben euch kritisiert, dass das was ihr macht, die sowieso schon schwierige Situation noch schwieriger macht.

Ich meine was wollt ihr in dem Post beweisen? Dass manche von euch fähig sind, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen? Gut, dann überlasst ihnen Twitter und zeigt die Diversität, von der ihr redet.

7. Ihr sagt, ihr hättet auch lieber eine spannende Diskussion gehabt. 

Ich frage nochmal: WIE? Wie kommt bei einer Meinungsumfrage per PM mit suggestiv Frage vorweg irgendeine Diskussion zustande? Leistet ihr dann per PM Aufklärungsarbeit, wie es schon sicher erfolgreich (nicht!) in euren Kommentaren auf eurer Page funktioniert? 

8. Ich lese, dass ihr nicht wusstet, dass man das „sehr falsch verstehen kann“.

Nur gut, dass wenigstens alle bei GIGA, das „sehr richtig“ verstanden haben, aber die Menschen auf Twitter nicht.

Das Wort was ihr sucht und für das man Selbstreflexion braucht um die euch gestern halb Twitter gebeten hat, lautet:

  • nicht ausreichend gebildet zu diesem Thema
  • unaufgeklärt
  • nicht angebracht
  • sexistisch

Ich weiß nicht, wer eure Posts abgesetzt hat, im Endeffekt ist mir das auch egal. Fakt ist, es muss eine Person/(mehrere?) gewesen sein, die eine große Frage hatte und nein, sicher keine böse Absicht, aber wisst ihr: Es geht hier nicht um Gut und Böse. Niemand denkt, dass ihr wie Mr.Burns durch die Korridore geht und eure Finger aneinanderreibt…. Es geht darum, dass ihr ein riesiges Spielemagazin habt und Jemand von euch mit Macht und Reichweite denkt, genug aufgeklärt zu sein, es aber nicht ist. Das ist ein großes Problem. An dem Feedback was ihr erfahren habt könnt ihr sehen, dass hunderte Leute diese Meinung teilen und ebenso besorgt sind aufgrund von solchen Aufrufen von euch noch mehr Hass zu erfahren. Denn wenn GIGA es macht, vielleicht ist da ja was wahres dran?

Nochmal, es ist okay, nicht alles zu wissen. Es ist aber nicht okay, nicht zuzugeben, dass man selbst Sexismus praktiziert hat, so eine bittere Pille das dann für den Autor/die Autorin des Tweets auch war. Wäre eine Möglichkeit, daraus zu lernen…

…..das zu beenden…..

….die Rechtfertigungen sein zu lassen….

Ich sah mich schon im Bett…..endlich mal schauen, was denn bei meinem eigenen Video so los ist, in das ich über zwei Wochen mein Herzblut und Ideen gesteckt habe (ist anscheinend ein bisschen mehr als das, was bei eurer extra Konferenz so rausgekommen ist, right? Hallo in der Lebenswelt der Frauen in Gaming und Videoproduktion übrigens) und was in dieser ganzen Diskussion untergegangen ist.

ABER NEIN. Es ging weiter. Ich hatte mich so auf mein Video gefreut und es endlich online zu sehen, mit Leuten in der Community über Diversität zu sprechen, nein, GIGA macht weiter.

9. Ihr schreibt, dass ihr hate kassiert auf eurer Homepage bei Artikel zu Sexismus

Ich meine: Das ist doch mal interessant, das könnte tatsächlich ein wichtig-

Im gleichen Atemzug schreibt ihr, dass ihr glaubt, dass es auch eine andere „Masse“ gibt von Leuten im Gegensatz dazu. Die ihr aber erst noch finden müsst. Also Gamer, die nicht gegen uns haten. 

In dieser Antwort könnt ihr gerne nochmal ansetzen und euch fragen, was es euch bringt, wenn Thomas euch schreibt: „Ja doch, Frauen sollen streamen.“ 

Ob das den hate auf eurer Page bei Gaming Artikeln mit Frauen weniger macht?

Ob ihr von Thomas vielleicht eine Art Genehmigung braucht, eine hoffnungsvolles „JA DOCH!“ es gibt sie, Gamer die positiv zu uns eingestellt sind. 

Ich meine, seid ihr überhaupt ernsthaft aktuell unterwegs in der Let’s Play und Twitch Szene? 

Falls ja, müsste sich diese Frage sowieso erübrigen. Gamer und Gamerinnen fanden eure Frage gestern gleichermaßen absurd. Leute schrieben euch, ob ihr noch im 18. Jhr lebt usw. dass ihr tatsächlich fragt: Brauchen wir/die Szene….? Dürfen…?

Nochmal: Wer soll das bitte mit euch ausdiskutieren? 

Zu welchem Ergebnis kommt man dann bei euch am digitalen Flipchart in der Redaktion? 

Im Journalismus dreht sich alles um Fragestellung. Entschuldigung, dass unsauberes Arbeiten auf einer so riesigen Community mit angestellten Autoren mich wütend macht, aber … das ist kein Privatblog. Das ist: in der Öffentlichkeit stehen, Leute beeinflussen, Leute evlt. sogar noch in ihren Klischees bestätigen. 

Des weiteren: Was nützt es euch, eine Masse zu finden, die „Pro“ ist? Wir alle kennen Streamer und Let’s Player die mit uns oder anderen Streamerinnen und Let’s Playerinnen befreundet sind, mit ihnen Shows machen usw. Was wolltet ihr uns also damit sagen? Soll uns das irgendwie über das hinwegtrösten, was wir tagtäglich erleben? Der Gesellschaft sagen: „Hey, schaut mal, Thomas meint…“ und dann alle so PUH, na dann!

10. Ihr schreibt, ihr hattet eine extra Redaktionskonferenz, als ihr gesehen habt, was unter eurem Battlefield Artikel abgeht. Eine Konferenz. 

Wait a sec…..

Ihr hattet eine Konferenz und DAS ist dabei rausgekommen?

Uff.

11. Ihr glaubt, dass nicht alle so sind und deshalb wollt ihr „jene“ anhören. 

Ganz deutlich: Was für einen Mehrwert hat Leser/in, Streamer/in, Let’s Player/in usw. davon, dass ihr einen Artikel veröffentlicht in dem ihr, ACHTUNG Sherlock!, aufdeckt, dass nicht alle so sind?

Heißa juchje! Das pinn ich mir an die Wand und denk dran, wenn ich das nächste Mal online als Gamerin Hassmails bekomme. DANKE GIGA! Ich bin entzückt! *springt in Luft*

12. Ihr betont euer Wissen, dass ihr schon sehr lange solchen Content macht. Dass ihr eben nicht daran gedacht habt, alle Reaktionen abzufragen…

Naja,…ich will mal sagen mir fallen ein paar Blogs ein die in einem Jahr mehr über dieses Thema geredet haben als GIGA in der kompletten Laufzeit *hust* 

Und: Seid ihr Scientology oder warum denkt ihr, ihr müsst „Reaktionen abfragen“? Es geht nicht darum, Reaktionen auszumanövrieren oder zu briefen, das ist kein Wahlkampf. Ihr denkt ihr habt ungeschickt agiert indem ihr nicht daran gedacht hat, was das auslöst? Nein, ihr habt schlichtweg sexistische Tweets fabriziert, da gibt’s gar nicht so viel „Reaktionen abzufragen“ beim Empfänger. Das Problem liegt beim Sender. (Kommunikationsmodell, dude)

13. Auf die Tatsache, dass Frauen und LGBTQI im Gaming hate erfahren haben, stellt ihr euch die wichtige Frage (Achtung……jetzt kommt’s): Sind wirklich ALLE so?

Was? Bitte was?

14. Ihr wolltet also „Stimmen von Gamern einfangen“ die dann….was machen? *Rückspulgeräusch* Euch mitteilen, ob Frauen Dinge dürfen?

Ja, das wollten die damals z.B. in Salem auch ausdiskutieren. Schaut euch das mal bei Gelegenheit an.

15. Auf die Frage: Sind alle so? schiebt ihr ein „Dann hätten wir nämlich noch viel zu tun“ hinterher.

Ernsthaft?

Ist das euer Ernst?

Ihr wollt euch selbst Absolution erteilen mit ein paar PMs die euch sagen, wie toll Streamerinnen sind und PFFFF sind plötzlicher hate den ihr erfahrt, den wir erfahren, fast schon wie weggewischt. 

„Du Jutta.“

„Ja?

„Du ich bin so froh, dass uns 5 Leute geschrieben haben, weil das heißt, es gibt doch noch das Gute in der Gaming Szene und ja…was machen wir eigentlich jetzt? Weil so ganz so viel zu tun ist ja jetzt nicht mehr….“

„Ich weiß nicht, sag du es mir, du bist hier der Mann!“

16. Als nächstes schreibt ihr über Frauen auf YT usw. Dass da noch viel getan werden muss. Und überhaupt: Was können wir tun?

NA DANN FANGT DOCH EINFACH MAL AN und verbreitet nicht noch weiter die Ansicht, ob Frauen im Gaming sein dürfen, als sei das in irgendeiner Weise diskutabel..

Und wenn ihr dabei seid, hört auf, ständig die Verantwortung bei LPerinnen, Streamerinnen usw. zu suchen. Wir machen manchmal einfach nichts und werden trotzdem angegriffen aufgrund von Vorurteilen. Und wenn wir das Gegenteil machen, nämlich aktiv sein und so wie ich hier öffenlitch reden, gibt es ganz sicher immer wieder neue Hassmails und Kommentare. Seht endlich ein GIGA, dass es kein Formular gibt, wie wir uns verhalten könnten. Wir machen schon unser Bestes, glaubt uns das.

17. Ihr fragt mich und inzwischen die vielen anderen Mitleser, ob wir uns nicht vorstellen können, dass gerade eure Redakteurinnen privat oder auf events Erfahrungen gemacht haben, die sich niemand wünscht?

Doch und genau deswegen fragen wir euch alle so kritisch, warum ihr genau dann, in Gottesnamen, solche Tweets posten könnt?

Schlimm genug, dass sie dieselben Erlebnisse machen musstet, wie wir auch. 

Und – bringt euch das jetzt was, wenn der gute Thomas euch schreibt „Ja streamen dürfen sie!“ wenn der Redakteur auf der event Party euch, uns belästigt? Nein. Also sagt nicht, dass ihr euch oder uns repräsentieren wollt, wenn ihr in dieser „Masse“ (um mal euer Wort zu benutzen)  die „Guten Gamer“ suchen wollt um denen endlich auch mal eine Plattform zu bieten, statt den Betroffenen.

Denn Fun Fact: Über männliche Gamer und was sie so denken wird wirklich viel (!) zu (!) selten (!) berichtet. Danke GIGA, dass ihr euch dieser großen Aufgabe annehmen wollt.

18. Ihr wollt netteres Feedback.

Feedback das nicht konstruktiv ist, wünsche ich keinem, ich weiß, wie schlimm hate Kommentare sind. Jedoch muss man sagen, das Feedback von den meisten Leuten war sachlich und hätte euch helfen können, hättet ihr es nicht abgeschmettert. Immer wieder haben User versucht, euch das Problem zu erkären, ohne Erfolg.  Konstruktives Feedback – warum sträubt ihr euch so dagegen? Sollen wir nach solchen Posts um Erlaubnis fragen, auf Knien ankommen und mit leiser Stimme sagen „Dürfen wir Feedback geben JA/NEIN?“

19. Ihr sagt, dass es schon auch um einen Text gehen soll, in dem Erfahrungen von Frauen „vorkommen“. 

Also so wie die Mondfinsternis, die kommt auch vor, manchmal. Nicht so oft aber heyyyyyyy.

20. Und damit der Auslöser, warum es letztendlich zu diesem Beitrag gekommen ist, als ich wirklich gedacht habe, es reicht: Ihr fragt, ob ihr meine Ideen übernehmen könnt?

Ich sage: NA sicher, macht ruhig liebes Giga Universum, bildet euch einfach nicht selbst weiter, recherchiert nicht, lasst andere für euch kostenlos Ideen und Themen finden.

Natürlich, ganz sicher, zu 100% wird nicht bald ein Artikel bei euch erscheinen, der meiner Fragestellung nachgeht. Weil, ihr wolltet das ja alles von vorneherein, nicht wahr? All die Gedanken die ich hier aufgeschrieben habe (was stundenlang gedauert btw), all meine Tweets, das war alles schon in euren Köpfen, als ihr gefragt habt, ob Streamerinnen streamen sollen….

Ich halte meine Ideen (die ihr kostenlos benutzen wollt) zu diesem Thema äußert wichtig. Vielleicht, weil ich sie mir nicht erst seit gestern stelle oder in „einer Konferenz erörtert habe“.

Als Unternehmen das kostenlos verwenden zu wollen, nichtmal einen Finger zu rühren außer fade Rechtfertigungen, Jesus Christ, das ist schon ein ganz neues Level an Egoismus und Selbtgefälligkeit.

Im Prinzip steht es für das, was viele von uns erleben: 

Einfach das nehmen, für was viele von uns Gedanken reinstecken. 

Ach was solls, nehmen wir eben einfach das von so einer die Let’s Plays macht und rpg…. und schreiben dann, wie sehr wir Frauen supporten.

GIGA, wir alle bedanken uns bei euch für dieses Paradebeispiel an Sexismus, es hätte wirklich nicht sein müssen, aber mit fast 30.000 followern muss man sich wohl sicher keine Sorgen machen, was eine unbedeutende Bloggerin so schreibt? 

Im Endeffekt ist es vielleicht einfach an der Zeit zuzugeben, dass ihr eure Arbeit nicht sorgfältig gemacht habt, denn diese Arbeit beginnt schon vor dem Aufruf auf Twitter. Die Arbeit muss auch einfach mal über die „gute Motivation“ hinausgehen. Davon alleine hat sich halt auch noch nie ein Artikel geschrieben, was diesem Thema würdig ist und es interessant beleuchten kann.

Bitte hört auf, plötzlich von „eventuellen Interviews“ zu reden. Wie kann man nur ein so großer Account sein und quasi nichts aus seiner Reichweite machen? Ihr habt doch evlt. Kontakte zu den ganz großen – fragt doch mal Pandorya oder Lara Loft wie sehr ihnen ein Artikel was bringen würde, in der steht, dass nicht alle Gamer schlecht sind? Ich vermute mal, sie wissen das schon von ganz alleine und brauchen GIGA nicht dazu? Ich vermute mal auch, dass sie und wir kleine LPerinnen, Streamerinnen usw uns über aufgeklärte Artikel die wirklich etwas über unsere Lebensrealität mit Sexismus zu tun haben, freuen würden. Ich vermute mal, das wir alle, jeder von uns, seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht hat mit GIGA und deshalb euer Portal nun bei vielen das ist was es ist….

Aber ja, da kommen wir dann wieder zum journalistischem Arbeiten und der Vorstellung, solche Beiträge schrieben sich von alleine, werden von außerhalb an einen ganz easy herangetragen.

Ich kann euch sagen, wie ich das machen würde:

Lesen, informieren, mit Betroffenen sprechen, sich Dinge anschauen, nochmal LESEN, auch echte, richtige Bücher lesen, Essays lesen und dann nochmal Betroffene fragen und vergleichen, was da eigentlich in der Video/Streaming/Gamingszene abgeht.

Oder ja, ihr macht einfach weiterhin Clickbait und lasst andere die Aufklärungsarbeit für euch machen, wie ich hier in diesem Beitrag.

So geht das dann im kostenlosen rollercoaster.

JIPPPIIIIE!

Fahrt, solange ihr wollt, auf dem Rücken aller Frauen, die tagtäglich schon genug struggeln.

Noch eine Runde GIGA, und noch eine Runde!

Bildschirmfoto 2018-10-24 um 05.13.51.png



Quelle:Hier geht’s zum 2. Post:


 

misconceptions:

  • Du schreibst diesen Artikel nur, damit du attention bekommst. // Glaubt mir, stundenlanges, unbezahltes Schreiben für ein paar Aufrufe auf einem nicht kommerziellen Privatblog macht man nicht für Aufmerksamkeit. Ich kann mir schöneres mit meiner Lebenszeit vorstellen.
  • Das ist ja voll der rant/übertrieben // Nein, dass ist eine Reaktion auf die Respektlosigkeit von GIGA und deren Unverständnis, welche spürbaren Folgen wir in der Branche durch sowas haben.
  • GIGA interessiert das eh nicht. // Ich kenne niemanden dort. Ich kann nur hoffen, dass sie es sich zu Herzen nehmen und anfangen, an sich zu arbeiten. Außerdem setzt man mit Beiträgen wie diesem hier evtl. ein Zeichen für die Gaming Community und gibt so somit zumindest LPerinnen usw das Gefühl, ernst genommen zu werden.

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