Sonne doof, ich doof, alles doof.

Hier bist du also wieder, um dir deine wöchentliche Portion „Anna erlebt XY“ abzuholen. Schön, dass du da bist, ich kann es ehrlich gesagt jedesmal auch kaum erwarten, euch in meine kleine Welt mitzunehmen :)

Denn so sehr ich es mag, Artikel zu schreiben wie z.B. über Gaming oder Pen and Paper, so sehr mag ich gerade diese andere Literaturform. Das ist im Moment auch so ziemlich das einzige, was ich euch anbieten kann denn auf diese Weise kann ich das gerade noch so mit meinem doch verdammt stressigen Alltag verbinden. Meinen Blog kann ich gerade nur nachts schreiben und das auch immer nur abschnittweise, so wie z.B. heute, wenn es wieder heißt: Schlafen oder Blog um 1 Uhr nachts? :D Dass ich noch Zeit zum Atmen habe, wundert mich ja :D Viele Dank fürs da sein und viel Spaß beim Lesen!

1……2……3…….4……5…..6…..SiieeeEEbeääään (hier bricht meine Stimme, als würde ich weinen)….*lufthol*

8…..9…..10!

Aus den Boxen tönt Punkrock und vorne steht ein Typ, der wäre wahrscheinlich gerade lieber ganz wo anders, irgendwo im Matsch und Schlamm, beim Beast Mode Festival oder was auch immer, vielleicht auch beim Militär. Gas geben, nicht so wie hier bei den Nichtskönnern, sondern bei den STAHL Jungs.

Ich wäre auch gerne jetzt wo anders, denke ich mir.

Versuche ich zu denken,….denn mein Gehirn ist so beschäftigt meinem Körper zu befehlen, nicht umzufallen. Mein Mund ist trocken. Ich habe jetzt schon genug.

Mal wieder müssen wir laut zählen, während wir rumhüpfen. Ich stehe ganz hinten und denke mir: Zum Glück! Da komm ich heute nicht mehr dran. ….. Falsch gedacht. Beast Mode, wie ich ihn jetzt nenne, zieht es gnadenlos durch, heute kommt jeder dran.

Ich schaue rüber zur Neuen, die strahlt fröhlich, als wäre das ihre persönliche Erlösung.

Flashback vor ein paar Minuten:

In die Umkleide kommen 2 Mädels, die ich nicht kenne.

„Go for it“ denke ich und will lieber offen sein und auf Leute zugehen, statt hier akward rumzusitzen und zu tun, als wäre es egal, ob man sich kennt oder nicht. Das ist NICHT der anonyme Zumbakurs hier.

„Euch habe ich aber auch noch nie gesehen…“ sage ich und lächle. „Aber kein Wunder, denn ich bin neu.“

Ein Mädel sagt, sie hat eine Pause gemacht und redet dann sofort von ihrem Gewicht, als würden wir sie verurteilen und sie müsste dem zuvorkommen. Von Sekunde 1 an.

Ich kenne dieses Gefühl.

Man vermutet, dass die anderen denken: „Was will die denn hier bei uns, im Sport?“ Weil man es schon allzu oft erlebt hat.

Dabei hat sie hat meine Statur und ich bin sooo froh.

Endlich mal jemand mit dem ich mich identifizieren kann!

Entschuldigend versucht sie zu rechtfertigen, warum sie nun 10kg zugenommen hat und was sie nun alles dagegen tun möchte, die ganze Geschichte. Ich bewundere ihre Offenheit aber in jedem Satz höre ich das Wort „Gewicht“ und das ist etwas erschreckend. Es ist gut, dass sie darüber reden kann und manchmal kann man das merkwürdigerweise nur mit Fremden. Sie trägt einen Gürtel, der fast schwarz ist. Ich sehe zu ihr auf – aber sie macht sich fertig. Sieht nicht, was sie geschafft hat und wovon ich nur träumen kann. Ich werde sie Blaugürtel nennen.

Das andere Mädel ist ganz neu, so wie ich vor 2 Wochen. Sie wirkt sehr jung. Während ich mit Blaugürtel mitfühle und leide, merkt man, dass „Gewichtsprobleme“ nicht ihre Realität ist. Ich versuche, mit beiden gleichermaßen zu reden (oder sie erzählen zu lassen) aber es will nicht ganz klappen. Vielleicht weil sie uns entgeistert ansieht, als wir uns dann über Tabuthemen wie Krankheit unterhalten. Nicht gerade Smalltalk ja.

„Aber könnt ihr nicht einfach mehr Sport machen? Ich finde Sport ist das wichtigste. Und dass man eben abends nichts mehr isst. Ihr dürft einfach nichts mehr essen abends!“

„Hmmm …..“ meine ich. Ich mag diese allgemeinen es-ist-alles-so-einfach-wenn-wir-so-tun-als-hättet-ihr-meine-Gene-Sätze nicht. „Es gibt auch eben Krankheiten, bei denen alles langsamer geht, trotz Sport.“ meine ich. Blaugürtel nickt.

Ein merkwürdiger Start, aber hey, wenigstens reden wir alle miteinander und sitzen nicht still da :D

Wir laufen in die Halle.

Es kommt nochmal jemand dazu, schon wieder jm. den ich nicht kenne, was ist denn heute los?? Er wirkt komplett desinteressiert, als ich ihn begrüße. Heute sind also ein paar Fortgeschrittene dabei, für die man so ein bisschen wie Luft ist ^^‘

Auch der Bus Boy läuft nun mit ein paar anderen vorbei, ganz lässig, ich lehne mich vor und winke ihm „Hi!“ Einfach offen bleiben, Anna.

Er lächelt dann und ruft von weitem:

„Und warst du auf dem Turnier?“

Ich bin erstmal überrascht.

Das hat er sich gemerkt?

„Jaaaa und es war sooo cool!“ sage ich begeistert.

„Oh, krass, hätte ich nicht gedacht, dass du gehst.“

Er nickt irgendwie anerkennend, ich fühle, dass er auch langsam begreift, dass ich doch ziemlich angetan bin und das nicht nur so mache.

„Warst du allein????“ fragt er dann noch.

Es stehen inzwischen ca. 7 Leute da (Wer sind diese anderen Leute, Hilfe)

Ich habe Angst, so zu wirken als hätte ich niemanden. Und statt einfach mutig zu sagen „Ja, es war vollkommen okay, auch alleine!“ sage ich:

„Ja….(Blicke der anderen auf mich)……aber am Ende ist meine Freundin gekommen dann war es gar nicht so schlimm.“ *lache nervös*

*seuuuuuuuuufz* Ich seufze innerlich ganz laut über mich selbst.

Weil ich nicht einfach selbstbewusst sagen kann, was ich geschafft habe. Dass ich tatsächlich alleine dort war und dass das mutig war und dass das einfach heißt, dass Freunde nicht immer Zeit, Lust, Interesse oder Kraft haben und das absolut okay ist. Dass ich mich überwunden habe und es als Challenge gesehen habe. Dass ich stolz bin, dass ich nicht 24h wie ein Baby die Hand von jemand anders brauche, sondern selbstbestimmt durchs Leben gehe. Ist es denn so schwierig, auch mal stolz auf sich zu sein? Muss ich denn jetzt sowas dazu erfinden, nur weil ich Angst habe, dass man denkt, ich habe sonst niemand? Warum habe ich solche Bedenken, warum ist es nicht normal, dass man Dinge ausprobiert, spannende Sachen erlebt und eine selbstständige Frau ist?

Ich krame mein Handy raus und will Bus Boy die Videos zeigen, aber traue mich nicht. Will nicht zu sehr overhyped wirken und es stehen eine ganze Menge Leute um mich, die ich nicht kenne.

„Seid ihr schonmal zu einem Turnier gegangen?“ frage ich Blaugürtel und den Nicht-Interessierten. Der schaut nur nicht-interessiert und ein bisschen abwertend. Dann schüttelt er mit dem Kopf.

Blaugürtel meint „Neee…..sind ja nur Schwarz Gürtel und so.“

Ich bekomme langsam das Gefühl, dass nicht jeder hier der Fortgeschritten ist, sich für alle Aspekte dieses Sports interessiert. Was okay ist. Ich dachte nur nicht, dass ich als Anfängerin die einzige bin, die das live vor Ort gerne anschaut, was man in seinem Alltag versucht zu erreichen oder nachzuahmen. Ist ja auch inspirierend. Aber das wirkt ziemlich weit weg von den Leuten hier. Nur bei Bus Boy habe ich das Gefühl, dass er genauso dafür brennt.

Oft sehe ich ihn, wenn alle reden, Kicks üben.. oder die Fortgeschrittenen fragen, wie man das und das macht. Er ist sehr schnell in seinen Bewegungen, leicht, artistisch. Man merkt, dass er auch daheim übt. Man merkt, dass er wie ein Schwamm ist, der alles aufsaugen will, ob Theorie oder Praxis. Ich erkenne mich darin wieder und vielleicht haben wir deswegen so eine gewisse connection inzwischen, auch wenn wir sonst vielleicht doch unterschiedlich sind.

*Vorspulgeräusch*

„UND JETZT LIEGESTÜTZE!!! LOS GEHT’S! ALLE MACHEN MIT! Legt euch auf den Boden und eurem Partner gegenüber, dann klatscht ab!“

Hier kommen sie also. Die Horror Stories aus dem Internet übers Taekwondo Partnertraining. Verdammt!

Wir sollen uns also auch noch während der Liegestütze Hallo sagen mit der Hand. Genau. Aaaaaaaalles klar.

Ich habe die Neue als Partnerin. Sie ist fit, super fit – ich nicht. Ich versuche mitzuhalten aber ich schaffe nichtmal eine. Sie schaut verurteilend und ich fühle mich nicht gut. Warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass manche Leute einfach noch nicht fit sind?

Ich versuche die Liegestütze auf den Knien aber….habt ihr schonmal in der Halle eure Knie auf den harten Boden abgestützt und dann euer Gewicht drauf gelagert? Das tut weh, soooo sehr weh. Gleichzeitig rutsche ich halb weg. Es funktioniert nicht. Ich bin jetzt schon komplett verschwitzt.

Ich sage zur Neuen „Also das haben wir noch nie gemacht.“ so ein bisschen dass sie weiß, dass das nicht normal hier ist. Könnte ja abschreckend wirken.

Beast Mode da vorne ist Fortgeschritten und er hat heute also das Aufwärmtraining übernommen. In einer Art und Weise, die fernab von jedem Spaß ist.

„UND JETZT SCHUBKarrEN! Jeder eine Bahn!“

Ich beschreib euch das nur ganz kurz jetzt, was wirklich die absolute Hölle ist: Die Neue nimmt meine Beine – es dauert. Alle anderen laufen schon los, jeweils zu 2t, einer „trägt“ die Beine, der andere ist die Schubkarre.

Ich bin noch ganz im Liegestütze Modus und versuche mit der Handhaltung nach vorne zu laufen. Ich schaffe es nichtmal 1 Meter und verzweifle fast. Mein Körper kann das auch noch nicht, man braucht nicht nur trainierte Arme sondern einen guten „Core“ dafür, also auch Anspannung.

Alle anderen sind schon auf der anderen Seite, nur ich nicht. 30 Leute die mir zuschauen. Beast Mode ist plötzlich neben uns. Er sieht, dass ich leide. Er sagt zu mir nicht sowas wie „Alles gut“ oder „Ihr schafft das“ oder „Ist okay“ sondern lacht nur: „Wenn du deine Hände nach vorne nimmst, bist du schneller!“

Ich denke mir: „Wenn du es unbedingt nötig hast, über mich zu lachen….“

Ich versuche es mit den anderen Haltung, aber es klappt nicht. Ich breche ab. Nach ca. 3 Meter. Während alle mir zuschauen stehe ich auf. Auch der Meister hat es gesehen. Das zählt dann wohl unter „aufgeben“.

Verdammt! Was für ein übles Gefühl. Zum einen, dass ich abgebrochen habe, zum anderen, dass mir alle zugeschaut haben. Im Endeffekt die Horrorvorstellung von vielen von uns und ich danke dir in diesem Moment für das Mitgefühl, dass du beim Lesen vielleicht hast. Es war wirklich Horror.

Ich fühle mich so mies aber weiß auch gleichzeitig, was ich kann und was ich noch nicht kann. Und dass ich mich nicht als Erwachsene nochmal als 15jährige im Sportunterricht fühlen will, vorgeführt vor 30 Leuten.

Ich sage schnell zur Neuen:„Dann eben jetzt du.“

Abwechselnd hieß es ja.

Sie schüttelt mit dem Kopf:

„Nein, laufen wir erst rüber!“

Auch sie hat keine Lust, dass jetzt alle sie anschauen, das zu erleben, was ich gerade erlebt habe.

Wir machen die Übung dann zu Ende, die meisten stehen da und schnappen nach Luft. Alle sind hier trainiert, aber kommt man nicht zum Durchatmen. Ich sage zu ihr (zerknirscht) „Oh man, so schlimm war es noch nie. Ist normalerweise ganz anders.“

Sie sagt „Also ich find es nicht schlimm???“

Ja, ooooOOOookay.

Flashback Lauftraining:

Ich laufe an und merke sofort, wie es in meinen Fuß zieht. Ich möchte aufschreien vor Schmerz, humple und will abbrechen. Ich will aber unbedingt trainieren, also versuche ich weiterzumachen.

Die Neue ist plötzlich da und will mit mir laufen und nebenher reden. Sie atmet kaum hörbar, für sie ist das ein Spaziergang, für mich Tortur und nebenher habe ich noch mit meiner Kondition zu kämpfen.

„Mein Fuß“ sage ich, „muss (schnauf) langsam machen (schnauf). Du kannst ruhig (schnauf) überholen.“

Aber das macht sie nicht sondern sie redet einfach weiter und fragt mich Sachen, die lange Antworten benötigen. Ich bin überfordert und frage mich, ob sie nicht sehen und hören kann, dass ich die Luft fürs Atmen und nicht fürs Reden brauche.

Nun laufen ja immer wieder Leute mit mir, aber mit der Zeit haben sie dann so ein Gefühl, dass ich nicht mehr kann und lassen es. Die Neue nicht. Ich antworte dann nur noch so „Ja“ „Nein“, „weiß nicht“, einfach weil es nicht anders geht bis ich komplett verstumme und nur noch vor mich hinschaue. Man soll ja generell schon so Laufen, dass man sich nebenher unterhalten kann, aber das wäre bei mir dann langsames Gehen und das ist hier einfach ZU langsam für alle. Ich habe jetzt schon das Gefühl, ich bremse die Neue aus. Also: Einfach Laufen. Das ist nicht gerade kommunikativ aber was bleibt mir anderes übrig? Die Story vom Pferd erzählen, nur weil es der Neuen zu langsam ist?

Ja, es ist nicht einfach, heute ist es ganz und gar nicht einfach in dieser Halle. Ich muss mir mehr als einmal zurufen „Los, Anna! Denk an die Kämpferinnen auf dem Turnier!“

*Vorspulgeräusch*

UND JETZT MACHEN wir einen KreiS! Legt euch alle hin und wir machen Liegestütze, LOS GEHT’S ich will NIEMANDEN AUF DEM BODEN SEHEN!“ Und er fängt an auf Koreanisch zu zählen.

Wie der koranische Trainer das findet?

Der Meister schleicht am Rand entlang und beobachtet einfach nur. Man weiß nicht, was in ihm vorgeht, aber eines ist sicher: So wie dieser Typ, so hat er oder Grüngurt das noch NIE gemacht.

Kennt ihr diese Grußkarten mit dem Schaf drauf?

Die waren mal vor 10 Jahren total Trend:

Sonne doof, ich doof, alles doof – OHNE DICH IST ALLES DOOF.

So geht es mir hier.

Ohne den Meister ist alles doof, ich will, dass er uns trainiert, nicht dieser Militärmensch.

Ich meine hey, Ami-Punkrock in voller Lautstärke beim Aufwärmen beim Taekwondo??? So sehr ich es mag, wenn man nicht nur das Schnaufen hört, sondern auch Musik – aber es passt hier einfach nicht rein. Ich empfinde es irgendwie als nicht wertschätzend, nachdem ich nun selbst viel gelesen habe über den Sport, die Geschichte usw. Sicher kommt Taekwondo sogar ursprünglich von einem General, aber ja….unser Meister ist wohl das Gegenteil davon.

Und es wird seinen Grund haben, warum er das bisher auch nie so gemacht hat.

Ich hasse dieses Training und den Drill und das, obwohl ich 1 Jahr Aerobic mit einem ähnlichen Drill hatte. Aber da wusste ich was auf mich zukommt und es war anfängergerecht.

„UND JETZT HALTEN! 1 MINUTE!“

Ich versuche die Liegestütze zu halten aber nach ein paar Sec ist es schon vorbei mit dem Versuch. Immer wieder versuche ich es, will nicht auch noch hier aufgeben….aber natürlich klappt es nicht. Meine Stimmung ist im Keller.

Ich frage mich, ob die Leute gegenüber im Kreis, jetzt gerade in meinen Ausschnitt schauen können (dieser Stress kommt bei Frauen ja immer dazu beim Sport).

Wir liegen sonst nie im Kreis.

Nichts an dem was hier vorgeht, geht normalerweise so und ich weiß eines: Wenn das mein erstes Training gewesen wäre, ich wäre nie mehr wieder gekommen. Nie mehr.

Man kann hier nicht reinkommen und Anfänger und ein paar Fortgeschrittene so trainieren als wäre jeder Leistungssportler. Spaß ist wirklich was anderes.

Nur ein einziges Mal ist das Programm okay. Wir stellen uns gegenüber und sollen versuchen, mit der Hand entweder das Knie oder die Schulter zu treffen. Natürlich ohne selbst getroffen zu werden. Nach 30 Sekunden muss man sich einen neuen Partner suchen.

Zuerst „spielen“ die Neue und ich (ich treffe sie nie), dann nochmal eine andere, mit der ich schonmal geredet habe aber die irgendwie genervt ist (ich treffe sie nie) und dann….

….als hätte sich der Himmel aufgetan, ….

springt die Fleißige auf mich zu, als ich gerade lost dastehe.

Ich springe auch auf sie zu und unsere Hände verhaken sich, wie wenn sich zwei Freunde lange nicht gesehen haben und aufgeregt sind. Wir spielen und lachen, denn sie täuscht an und ich täusche an. Ich treffe sie sogar, aber sie mich natürlich öfter. Am Ende umarmen wir uns halb. Es ist schön, wie sich das entwickelt hat und ich fühle mich etwas besser.

Dann ist es endlich vorbei mit dem Drill und wir laufen zum Trinken. Dort bilden sich kleine Grüppchen und ich bin irgendwie mittendrin.

Die Fleißige, der Immerlächler (OH hALLO! gar nicht gesehen), Bus Boy, die Neue, Viola, alle sind sie da!

Pausenhofstimmung im Taekwondo.

Und ich fühle mich hier gut – nicht mehr ganz so lost. Es ist echt schön, einen Sport zu machen, der trotz „Einzelkämpferin“ auch doch diesen Team Spirit hat.

Ich glaube sogar inzwischen, dass ich hier irgendwie reinpasse. Vielleicht nicht von der Fitness her, vielleicht nicht vom Aussehen. Aber ich bin offen und versuche mit vielen zu reden, die dann wiederum miteinander reden und sich besser kennen lernen. Ich bin sozusagen die Person hier, die Menschen connectet :D Wenn ich sonst nichts kann aber dann das, das ist mir schon in der Uni aufgefallen :D

Ich sage „Oh GoooOOooott, das war ja ein Militärtraining!“

Die Fleißig meint seufzend: „Ja….den kenn ich, der macht das immer so…“

Plötzlich meint die Neue: „Ich fand es überhaupt nicht schlimm. Ich bin deswegen hier.

Ok, well….. ich nicht :’D

Dann geht es endlich mit dem richtigen Training los.

Groß gedehnt habe ich mich nicht,….musste ja 10000 Liegestützen machen.

Zum Glück steht mir die Fleißige gegenüber und nicht die Neue. Denn ich wäre komplett überfordert, nun auch noch jemand was beizubringen, was ich selbst noch nicht weiß. Ich muss ja auch ständig nachfragen.

Ich stehe schon viel selbstbewusster da und die Anfänge funktionieren gut, ich kann der Fleißigen endlich eine selbstständige „Kissenhalterin“ sein, sodass auch sie gut trainieren kann. Zu Beginn.

Als die Übungen schwerer werden, bin ich wieder verwirrt und es geht wieder Zeit verloren, weil sie erklärt und ich es nicht ganz verstehe. Ich bin ihr so dankbar…höre zu und mache dann natürlich weniger Kicks, damit wenigstens sie auf ihre Zahl kommt. Aber sie schaut etwas enttäuscht und ich weiß warum. Es ist einfach nicht dasselbe als wenn beide wissen, was sie da machen. Trotzdem korrigiert sie mich und ich bin froh, denn inzwischen habe ich mir schon ein paar Dinge falsch angewöhnt.

Ich sehe aus dem Augenwinkel die Neue. Die mit den Meister (!) trainiert, da es nicht aufgeht. „Aaaaaaaaah ich will auch, lasst mich auch!!!“ ruft mein innerstes Ich.

Als ich damals neu gekommen bin, hieß es ja von ihm:„Einfach machen.“ Und seitdem bin ich unsicher und weiß nicht, ob ich mir Dinge falsch angewöhne, Dinge richtig mache….

Privatunterricht vom Danträger, was würde ich dafür geben!

Wäre natürlich auch ein großer Druck,….aber vielleicht werde ich iiiirgendwann mal zufällig diejenige sein, die am Ende übrig bleibt und die das dann rausfindet, wie es ist, mit ihm zu trainieren und sei es nur für 10 Minuten. Drückt mir die Daumen :)

Für heute sind wir erstmal fertig mit dem „Kämpfen“ und ich bin schon auch frustriert, vom ganzen Training und dass ich immer noch so viele Lücken habe, mir Erfahrung fehlt und ich das Gefühl habe ich hechle den anderen immer hinterher.

Nach dem Schattenkampf, der wie immer abläuft (Anna weiß NICHTS und kann von ca. 30 Bewegungen 2 auswendig….) geht der Meister wieder alle durch und sagt „Prüfung?“

Er sieht mich an.

„Prüfung?“

Ich bin von einer Sekunde auf die andere komplett verunsichert.

Hatte er nicht letztes Mal gemeint, ich soll sie machen??

„Äääähm……..bin ich …….bereit dafür????“ frage ich ihn zurück.

Es klingt als wäre ich gerade einem Bruce Lee Film entsprungen.

Die Kämpferin die nicht an sich glaubt und nicht weiß, ob sie den Boss Fight packt. Ich trainiere seit 2 1/2 Wochen und andere auf diese Prüfung seit 4-5 Monaten.

Er schaut mich an und ist verwirrt, läuft langsam an mir vorbei, es ist wie eine gaaaanz lange Sekunde..ich versuche zu erraten, was er gerade denkt, aber es klappt nicht, er ist wie ein nicht lösbares Puzzle……schaut mich weiter an und meint dann:

Willst du die Prüfung machen?“

„Ja.“ sage ich und ich weiß nicht, woher dieses verrückte Ja kommt. Aber es ist da.

„Prüfung.“ sagt er dann.

Und damit ist es besiegelt.

In der Umkleide dann denke ich: „Heute war das blödeste Training von allen. So blöd.“ Trotzdem bin ich froh, dass ich hier war. Trotzdem gab es ein paar Elemente die gut waren. Ich hoffe einfach, dass Beast Mode nächstes Mal nicht da ist.

Ich frage die Neue:„Wie hat es dir so gefallen?“ Denn auch ich wurde das gefragt und fand das echt schön. Und neugierig bin ich natürlich auch.

Sie überlegt laaaaange, schaut nach oben, dann zur Seite und sagt dann:„Hmmm…..schon…aber ich weiß noch nicht, wenn das normalerweise lascher ist….ich suche ja was zum richtig auspowern…“

Ich denke an mich, wie ich nach meinem Training war, das komplette Gegenteil (leuchtende Augen) und merke, dass das was der Meister mal meinte „Viele kommen, dann nie wieder“ dass das schon stimmt. Einfach weil man merkt, dass es nichts für einen ist. Was gut ist, denn dafür sind solche Probetraining Stunden ja da.

Die Neue und ich laufen noch zusammen zur Bahn und reden ein bisschen. Ich bin gespannt, ob ich sie das nächste Mal wieder sehen werde.

Ging es den anderen auch so mit mir?

Haben sie auch schon viele kommen und gehen sehen?

Wie muss das für den Meister sein?

Ich habe Angst, dass das nächste Training wieder so hart wird. Ich weiß nicht, was ich dann machen soll.

Am nächsten Tag wache ich auf und komme kaum aus dem Bett.

Meine Seiten tun mir so weh, als hätte gestern der ganze Verein Kicks an meinen Nieren geübt, jeweils links und rechts.

Als mich mein Kumpel zum Lachen bringt, tut mein Bauch weh. Also die nicht vorhandenen Muskeln.

Draußen scheint ganz kurz die Sonne. In Gedanken schreibe ich so eine Schaf Postkarte und sende sie dem Meister. Omg was der wohl sagen würde :’D

Naja, denke ich mir, nun weiß ich wenigstens, was ich habe und weiß das noch mehr zu schätzen.

Nicht immer also enden diese Berichte euphorisch, heute ist so ein Tag.

Sonne doof, ich doof, alles doof.

Ohne dich ist alles doof.

:D




7 Gedanken zu „Sonne doof, ich doof, alles doof.

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