HAA!!!!

Draußen wartet die Apokalypse. Eine Welt voller klirrender Kälte, dem großen weißen Nichts und ab und an, ein paar Schneezombies.

Das redet mir der Schweinehund ein, der mich gerade davon abhalten will, loszugehen. 

Ich ziehe meine Boots an, ganz langsam, den dicken Schal, ich nehme mir Zeit. Die Jacke geht kaum mehr zu, soviel Zwiebellooks sind das. Stirnband auf, Tasche nehmen, einmal durchatmen und Ade du schöne Welt, es geht nach draußen!

Die Flocken fallen, ich ziehe den Schal ein bisschen höher, laufe langsam über die rutschige Straße.

Die meisten Menschen, die mir entgegenkommen, wollen nun nach Hause, es ist schon spät und jeder froh, wenn er gleich aufatmend bei sich im Flur steht und laut sagen kann „BOAH ist das ein Wetter!“, die Schuhe auszieht (wirft) und erstmal ein Brot isst mit einem bekannten Schokoladenaufstrich drauf, den ich hier nicht nennen will aber jeder von uns sowieso weiß, was gemeint ist.

Aber nicht ich. An der Haltestelle merke ich, dass ich 7 Minuten zu früh bin und zwar dick eingepackt bin, aber dann ausversehen doch nur Sommer-Sneaker-Socken anhabe. (Sherlock Stimme: „Bösewichte, irgendwann machen sie alle einen Fehler!“) Meine Knöchel fangen an zu zittern.

Anstatt aber einfach nur zu frieren, denke ich jetzt „Meine Bänder werden ganz kalt, ich muss sie doch warm halten!“ und ärgere mich über meine Kevin-allein-zu-Haus-stümperhafte-Einbrecher-Vorbereitung. 

Nach der Bahnfahrt heißt es dann nochmal warten und ich frage mich, warum mir zwar kalt ist, ich aber so voller Freude hier draußen stehe und es kaum erwarten kann. Ich schaue mich um, ob ich schon jemand sehen kann, denn ich vielleicht erkenne. Aber es ist nur ein alter Mann, den es ebenfalls hierhin verschlagen hat. Die Straße färbt sich weiß, alles wird etwas ruhiger, gedämpfter.

Der Bus kommt, ich steige ein, setze mich hin und sehe von weitem…..ihn.

Er trippelt so vor sich hin und kann die Knie nicht still halten. Vielleicht freut er sich auch schon so. Vielleicht ist er aber gerade schon mitten in der Vorbereitung.

Er steigt vor mir aus – draußen wartet schon die Fleißige vom letzten Mal – sie begrüßen sich.

Ich verpasse sie, bin zu langsam, wahrscheinlich auch zu schüchtern. Es folgt eine sehr weirde Situation und jeder, der schonmal jemanden UNGEWOLLT hinterhergelaufen ist, weiß was ich meine. Die zwei also vornedraus und ich nur einen Steinwurf entfernt (klingt das jetzt nach Mittelalter?) hinterher. 

Zu weit weg um zu rufen „Heeey ihr!“ aber auch zu nah, dass es nicht strange wäre. Sodass es fast schon wie in einem James Bond Film ist, bei dem jemand ausspioniert wird.

In der Umkleide dann freue ich mich aber, dass die Fleißige wieder so nett ist und mich begrüßt. Und jetzt fragt auch sie nach meinem Namen. Von sich aus.

Das gibt mir ein gutes Gefühl, ich frage Leute im Alltag nur nach ihrem Namen, wenn ich Interesse habe und sie mir sympathisch sind.

Zusammen laufen wir los – barfuß – diesesmal fühlt es sich schon fast ganz normal an.

Die Fleißige setzt sich auf einen hohen Kasten, ganz lässig. Bus Boy auch. Da sie Fliegengewichtige sind, hält das. Aber ich lehne mich dann doch lieber dagegen. Unbeholfen. Sie beginnen ein Gespräch, aber merken, dass ich ja auch da bin und dem Bus Boy ist es glaube ich nicht so recht, vielleicht mag er die Fleißige etwas und nun stehe ICH dabei.

Es kommt noch jemand. Mit farbigem Gürtel. Er ist sehr ruhig und lächelt und wirkt in etwa so aggressiv wie Bambi. Der Immerlächler. Er schaut neugierig zu mir, während er auf eine Frage der Fleißigen antwortet.

Ich denke: STELL DICH vor, ANNA, JETZT. Bevor es zu spät ist.

„Ääähm…Ich bin übrigens neu hier.“ sage ich unbeholfen.

Das hat so richtig Überwindung gebraucht, ich kann gar nicht sagen, warum. Denn ich bin eigentlich ein Mensch, der schnell connected und nicht so Probleme damit hat.

Immerlächler kommt auf mich zu und gibt mir die Hand, wir stellen uns vor. Auch Bus Boy gebe ich die Hand, der mir ja schon 10 Minuten gegenübersaß.

Es kommen immer mehr Leute und so stehen wir da und fangen unbeholfen Satzfetzen an. „Was machst du so?“ „Und DU was machst DU?“ „Und DU?“….man kennt das ja.

Aber dadurch, dass wir dastehen wie bei Faulei im Kreis, reden wir in den ganzen Raum rein. Jeder hört jedes Wort. Man plaudert nicht einfach drauf los. So verebben viele Gesprächsanfänge in „Cool“, lächeln und dann nichts mehr. Oder dass man was erzählt, als einzige dabei lacht und dann wieder lange Stille und jeder schaut auf den Boden. Da ich schonmal in einem Verein war, weiß ich, wie groß der Unterschied dazu ist. Auch die Themen sind komplett weird: Welches Gebäude ist schöner? (Wen interessiert das und wie sind wir nur auf dieses Thema gekommen?)

Es ist alles komplett awkward.

Leidest du gerade mit? Findest du dich wieder? :D

Es ist glaube ich schon so eine Tatsache, dass viele Menschen Panik vor dem haben, was ich gerade mache und erlebe. Vielleicht nicht unbedingt der Sport, manche sind ja schon innerlich motiviert, sondern dieses „Nun stehe ich mit völlig Fremden da und habe Angst, dass sie mich nicht mögen oder langweilig/blöd finden“, „Nun muss ich innerhalb von Sekunden überzeugen“.

Ich versuche mein Bestes und einfach Ich selbst zu sein, irgendetwas witziges zu sagen oder einfach etwas zu erzählen von mir, denn die anderen kennen sich ja schon. Aber auch für mich ist es eine Herausforderung, denn außerhalb dieses Raumes, haben wir wahrscheinlich nicht so viel gemeinsam, alleine aufgrund des deutlichen Altersunterschiedes bei vielen. Heute bin ich wahrscheinlich eher so die Tante, die fragt „UUUUUuuuund wie läuft es in der Schule?“ :D In einem gewissen Alter hat man der Tante nicht unbedingt so viel zu sagen.

Gerade als ich fertig bin, was zu erzählen, hören wir (Aus dem Nichts!) ein koreanisches Wort.

Der Trainer ist da. 

Hat er gewartet, bis ich fertig war?

Los geht’s mit dem Laufen.

Ich bin dankbar, dass diese Halle kleiner ist, da muss man nicht so lange „alleine“ eine Strecke laufen (wie beim letzten Mal, Schnecke-Anna), sondern läuft eher dicht hintereinander her. Aber das Gesetz ist so: Wenn der schnellste Hase Gas gibt, dann zieht irgendwie auch der Rest mit, man will ja auch nicht die Person hinter einem bremsen oder dass sie auf einen drauf rennt. Es wird also schneller und ich komme ganz schön aus der Puste, ich schnaufe laut, aber bin zum Glück nicht die einzige. Gerade als ich denke:“Es gibt auch noch Sterbliche hier USAIN BOLT!“ dürfen wir aufhören.

Es geht ans Dehnen und ich höre mein Knie knacksen. Es knackst und echot wieder. Gefühlt. Wie schon gesagt ist man sich als Erwachsene so vieler blöder Dinge bewusst und fühlt sich dabei merkwürdig. Man will nicht, dass jemand denkt „Boah, die ist voll untrainiert“ oder „Voll die Oma!“. Dabei stimmt ja beides….fast :D

Bei den Knieübungen versuche ich also ein bisschen nicht ganz so zu dehnen, damit es nicht nochmal knackst und es jeder hören würde. So blöd bin ich, aber wahrscheinlich auch so sehr Mensch.

Bei allem anderen dann versuche ich aber, an meine Grenzen zu gehen und ich fühle zum ersten Mal seit langer Zeit Bänder und Sehnen und Muskeln, die jetzt brennen. Ich hoffe, ich werde irgendwann so meine Oberschenkel höher bekommen als jetzt. 

Der Meister zählt bis 10. Auf koreanisch. Han….Dul….Set…. Ich blicke bei jedem Wort nach oben, um ja nicht die 10 zu verpassen. WAS HEISST 10 AUF KOREANISCH?

Heute machen wir etwas Neues: Mit Hilfe des Partners das Bein dehnen. Im Internet habe ich darüber schon Horror Geschichten gelesen und bete, dass es nichts weirdes wird wie „Auf jemanden draufsitzen“ oder „Nackte Füße aneinander und dann Push Ups und sich anschauen“

Die Fleißige steht mir Gegenüber und soll nun mein Bein halten. Ich schaue auf es herunter und bekomme Panik und werde rot. 

Mit meinem Bein ist alles okay, aber ich habe viele blaue Flecken und Narben und selbst an meinem Zeh gibt es ein schönes, blau-rotes Muster (Danke Tischkante!). Ansehnlich ist dann doch was anderes. Ich wische mir nochmal kurz den Hallenstaub von den Füßen, so Panik habe ich, dass diese Person nun mein Bein halten muss und die ganze Zeit drauf starrt. Danke natürlich auch an dieser Stelle an 30 Jahre Frauenzeitschriften und generell die Medien und Werbung, die uns diese Perfektion eingetrichtert haben und weswegen ich mich nun statt zu dehnen, ständig auf meine Beine konzentriere und mich irgendwie schäme. 

Mit ihrem Bein und Fuß ist dann natürlich alles okay. Generell ist sie total trainiert und im Prinzip erklärt sich einiges, als sie mir sagt, dass sie früher Ballet gemacht hat. Aber ich bin nicht neidisch (was uns diese Zeitschriften ja auch einreden möchten), sondern bewundere sie einfach. Ich wäre gerne wie sie. 

Es ist witzig, dass die Situation vielleicht komplett umgekehrt wäre, in einem andren Raum, zu einer anderen Zeit. Bei Auftritten merke ich oft, wie begeistert und bewundernd Menschen auf mich zukommen, die z.B. alleine vor der Bühne schon zu viel Angst haben. Oder sich vor eine Kamera zu stellen für Musikvideos oder YT Videos. Und die mir dann sagen:“Ich wäre gerne wie du.“ 

Aber hier und heute, bin ICH die Anfängerin und habe mit Anfänger Problemen zu kämpfen, die andere wahrscheinlich schon längst überwunden haben. Vielleicht spielt Privileg auch eine Rolle, was man bisher so erlebt hat.

Ich frage mich, ob sie mein Bein begutachtet (auch sie lebt ja noch in dieser Frauenzeitschrift-Welt). Auch sie ist darauf getrimmt zu bewerten, zu sagen „Wer hat es besser getragen? Wer sah schöner aus?“, außer natürlich, sie hat sich erfolgreich davon gelöst, was bisher nur die wenigsten geschafft haben. Gerade in der Ballett Welt, aus der sie kommt, wird einem ja Perfektion, auch was das Äußere angeht, vermittelt.

Ich möchte so sehr, dass wir Frauen frei von solchen Dingen leben können und dass wir uns endlich auf das Eigentliche konzentrieren können, statt mit diesen beeinflussten Gedanken Hobbies und auch unsere Arbeit auszuführen. 

Zum Glück geht die Übung nicht lange und dann, geht es endlich los. 

Diesesmal halte ich die Polster schon etwas besser und fester, aber muss zwischendrin immer noch von der Fleißigen und dem Trainer korrigiert werden. Aber ich bin nicht mehr ganz so planlos.

Dass ich auf YT extra Videos deswegen angeschaut habe, mir sogar Miniatur-Polster aus einem Post-it ausgeschnitten habe, um das einfach mal zu verinnerlichen, sage ich natürlich nicht :D

Ich versuche alles umzusetzen, was ich mir innerhalb 2 Tage Taekwondo Videos reingezogen und daheim trainiert habe. Und NICHTS davon kann ich in dem Moment tatsächlich umsetzen :D Vor Ort ist eben doch alles anders. Ich kicke und bin froh, wenn ich überhaupt das Ziel treffe. Es gibt so viele Dinge, auf die man achten könnte, Knie hochziehen, Fuß halb verdrehen, nicht den Mund aufreissen (ja, tatsächlich :D!) Von wegen Feinarbeit ….

Das geht so eine Weile. Um mich rum rufen sie wieder HA!!! bei jedem Kick. 

Ich nicht. 

Ich bin noch Anfängerin und meine Punches usw. fühlen sich so unsauber an, das hat ein Schrei nicht verdient. 

Aber aufeinmal steht wieder der Meister da. 

Und meint zu mir ganz ruhig: „Auch schreien.“ 

Es klingt nicht nach einer Forderung, sondern eher nach einem Hinweis. 

Ich lächle schüchtern und schaue auf den Boden. Es ist sonnenklar, dass ich mich nicht traue und es mir irgendwie schwer fällt. Dass ich denke, dass ich nicht gut genug bin, um das zu machen. Das kommt doch blöd, so zu tun, als wäre man voll der Profi wenn man so lame ist wie ich? 

Er läuft langsam wieder weg aber imitiert dabei dann ganz übertrieben ein HAAAAAA!!! als wäre er eine Figur in Tekken. Es kommt ganz tief aus dem Bauch heraus.

Es ist so, als würde er sich ein bisschen selbst über sich lustig machen, um mir die Angst zu nehmen.

Und es wirkt.

Ich nehme all meinen Mut zusammen, kicke und rufe: 

HA!!!!!

Der Meister ruft: „Ja, genau!“

Und ich lächle, diesmal voller Stolz. 

In diesem Moment habe ich unseren Trainer ins Herz geschlossen.

Er sagt nicht viel, verzieht oft keine Miene, aber er weiß was er tut. 

Ob er sich sein Leben so vorgestellt hat, mit seinem Grad, hier die Anfänger zu unterrichten? Wie mich, Anna, die sozusagen das Gegenteil von einer leichtfüßigen, „Ich zieh mein Bein bis zur Decke und zerschlage dann in 100 Drehungen 100 Bretter“ Kämpferin ist? Die HA! ruft und dabei wohl immer noch alles falsch macht?

Und wie er das immer macht, plötzlich wie aus einer Staubwolke aufzutauchen, weiß ich nicht.

Ich kicke und merke, dass dieses Mal alles viel anstrengender ist. Vielleicht weil ich nun selbst darauf achte, Sachen richtig auszuführen. 

Aber oft, weiß ich selbst nicht wie und mache einfach.

Er korrigiert etwas und ich nicke und sage: „Ich muss noch viel nachholen“

Aber er meint: „Alles gut.“

Als letztes ist eine Kombination dran, die ein bisschen etwas von einem Hollywood Film hat. Weil es einfach so cool aussieht. Der Meister zeigt uns einen Slide, man rutscht also fast nach vorne und kickt dann. Und das sehr schnell. 

Uuuuh denke ich, ICH WILL DAS KÖNNEN! DAMN!

Aber ich muss ja auch schauen, wie man die Polster hält und dann ist auch die Fleißige vor mir dran. Ich habe also (wie immer) schon wieder alles vergessen, als ich an der Reihe bin.

Sie macht es noch einmal vor, gaaaaaanz langsam und ich sage: SO?“ 

und slide, kick, pam!

Als hätte ich nie in meinem Leben was anderes gemacht.

„WOW!“ sagt sie und lacht und auch der Trainer hat es gesehen und meint „SEHR GUT!“

In mir drin geht gerade die Sonne über Korea auf.

Leider war es aber nur ein Glückstreffer oder ich denke zuviel nach, denn plötzlich weiß ich nicht mehr, wie ich sliden soll und mache einen Trippelschritt :D 

Der Trainer geht wieder. 

Ich denke innerlich AAAArGH.

Mich hat der Ehrgeiz gepackt. Ich will unbedingt besser werden. 

Dann üben wir das Schattenkämpfen. Die Fleißige hilft mir. 

Und um uns rum dreht sich der Bus Boy im Kreis und liegt plötzlich auf den Boden. Ich drehe mich um, da ich fast über ihn stolpere, lache und rufe seinen Namen und sage: „Was machst du denn?“ Er schaut mich an, noch auf dem Boden liegend und sagt nichts. Ich spüre sofort, dass das irgendwie unhöflich und unpassend war. Ich wollte lustig sein und mich kommunikativ geben, so nach dem Motto „Hoffentlich ist dir nichts passiert?“ aber ich merke, dass das hier nicht der Aerobic Kurs von nebenan ist und er und ich uns seit 60 Minuten kennen, nicht seit 60 Jahren. Gerade bei Übungen die man alleine macht, sollte man sich ja auf sich selbst konzentrieren und nicht herumschauen, was andere machen. Das habe ich zwar nicht absichtlich gemacht, aber es wirkt wohl so.

Bis jetzt ist das wohl das größte Fettnäpfchen, da ich selbst nicht will, dass jemand ruft:“Anna was machst du da?“ Ich fühle mich während ich das hier schreibe immer noch schlecht, habe immer noch diesen Ausdruck seiner Augen im Kopf. 

Er, auf dem Boden, schwitzend, alles gebend, liegt vor meinen Füßen. Ich, stehend, von oben herab. Ich hätte einfach sagen sollen „Alles okay?“ oder einfach gar nichts, aber ihr wisst ja, daheim fallen einem so viele Dinge ein. 

Da freue ich mich doch auf die nächste Busfahrt, die ganz bestimmt überhaupt nicht akward wird :D! 

Dann versammeln wir uns noch ein letztes Mal. Der Meister kündigt Dinge an

„ja und das nächste Mal ist auch wieder der X dabei. Der macht das dann mit eurer Prüfungsanmeldung….ich….mache das nicht….das macht X…die ganzen Formulare…und all das…das muss der X immer machen“

UND DANN LÄCHELT ER. Eine Milisekunde.

Das ist sozusagen der britische Humor des Meisters. 

Die Stunde ist vorbei und ich denke: Neeeein! 

Diesmal gehe ich aber zum Trainer und frage noch etwas Organisatorisches. Er ist überrascht von meinem Interesse. Währenddessen fangen schon die Fortgeschrittenen an, in der Halle zu laufen. Es sind viele Gürtelfarben dabei und alle schauen mich an, während sie an uns vorbeijoggen. So oft kommt das nicht vor, das jemand Neues mittendrin auftaucht. 

JA, DAS IST DIE NEUE VON MONTAG, die nicht gewusst hat wo hinten und vorne ist :D

Dann eile ich zu den Anderen. Wir laufen zusammen zur Bahnstation, zu 3t durch den Schnee. Die Fleißige, der Immerlächler und Ich. Wir bahnen uns den Weg durch eng parkende Autos, es ist ein bisschen wie ein kleines Abenteuer. Als wir in unterschiedliche Richtungen müssen, fühle ich mich wegen der ganzen Stunde und allem so happy und die Situation fühlt sich irgendwie so an, als würde man sich jetzt zum Abschied umarmen. Ich mache einen Schritt auf sie zu aber bin mir unsicher und fange stattdessen eine kleine Rede an. Sage, dass ich es sehr zu schätzen weiß, dass die Fleißige mir so hilft. Sie lächelt und freut sich. Auch der Immerlächler lächelt, denn das macht er ja immer. Ich stehe ja vor ihnen aber winke übertrieben, so wie wenn man es macht, wenn man jemand wirklich mag aber man sich noch nicht so gut kennt um sich zu umarmen und ja…..ihr kennt es. 

Bei der Heimfahrt grinse ich vor mich hin und bin happy. Über die Stunde und mich selbst und die Anderen. Ich rufe natürlich wieder alle Leute an und berichte. Es ist schön, wenn man weiß, da gibt es Menschen, die sich für dich mitfreuen.

Nachdem ich dann aber zu Hause ein schwieriges Gespräch hinter mich gebracht habe (wer gegen Kissen kickt und HA! ruft, der schafft auch das!) und in mein Zimmer gehe, als ich mich gerade vor den Laptop setze und anfange diesen Text zu schreiben, merke ich, wie ich von einer Sekunde auf die andere todmüde werde. Ich lege meinen Kopf auf meine Arme und auf die Tischplatte und schließe kurz die Augen. 

Auch spüre ich plötzlich meine Oberschenkel. Das ist ein gutes Zeichen, da ich genau dort die Muskeln aufbauen sollte und es dann weniger das Knie belastet. 

Als ich dann ins Bett gehe, schlafe ich sofort ein und träume von Taekwondo. Was, weiß ich nicht mehr. Aber es hat was mit Kicks zu tun.

Am nächsten Morgen wache ich auf und fühle mich, als hätte ich einen Straßenkampf gehabt oder als Arthur Morgan in irgendeiner Bar im Wilden Westen eins überbekommen. Dabei habe ich im Training selbst noch keinen einzigen Schlag oder Tritt kassiert, sondern einfach nur ein bisschen gekickt und gelernt.

Auch mein Körper wundert sich also, dass Anna jetzt aufeinmal doch noch lebt. Er seufzt laut und denkt sich „Uff, jetzt will die noch Kampfsport lernen? Ich dachte langsam kommt hier der Ruhestand?“ Er gähnt laut und hofft, dass es alles nur ein Leuchtfeuer ist. Ich hoffe das Gegenteil.

Anna’s Körper VS. Anna

Round 1

Fight!

HA!!!

:D

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