Ich habe es getan

Ich habe es getan. Ich habe meine Angst überwunden. Damit meine ich zwar nicht DIE Angst an sich, denn wir Menschen haben ja oft mehrere. Aber eine eben. Und da ich viele Leute kenne, denen es ähnlich geht, die unbedingt etwas machen möchten, aber aus Angst davor zu scheitern, es nicht versuchen, will ich heute über meine Erfahrung berichten. Mein Blog war ja schon immer ein Mix aus allem, liebe Leserinnen und Leser, ihr seid das ja gewohnt, nicht wahr? :D Und heute berichte ich euch einfach mal „mitten aus dem Leben“, kein Artikel, sondern eine Erzählung, persönlich und ganz nah :) Weil ich Mut machen möchte.

Den Vorsatz, den viele am 31.Dezember fassen, zeichnete sich bei mir schon früher ab, so im Herbst letzten Jahres rum. Aber bei mir war das nicht „Gesünder leben“ oder „Mit etwas aufhören“. Sondern ich hatte ganz konkret eine Vorstellung.

Ich wollte unbedingt etwas ganz Neues ausprobieren.

Nun habe ich ja schon weiß Gott „genug“ Hobbies, die meine Zeit in Anspruch nehmen :D Aber es ging eben wirklich darum, sich zu überwinden.

Ich wollte etwas probieren, was ich schon immer mal machen wollte, aber nie den Mumm dazu gehabt hatte.

Etwas, was so in weiter Ferne lag, dass mein innerstes Ich ein paar Mal zu mir meinte: „Ist ja nett,….aber schau es dir lieber einfach nur an. Machen sollen es dann doch lieber die Anderen.“

An Silvester fasste ich den festen Entschluss, es trotzdem zu tun.

Und um keinen Rückzieher zu machen und weil ich auch ziemlich motiviert war, erzählte ich es praktisch JEDEM.

Familie, Freunde und ja, sogar der Dame die mir ab und an gekonnt meine Augenbrauen ausreisst und ja, es tat weh und nein, ich bin sonst nicht so die gesprächige Kundin :D Auch ihr erzählte ich mein Vorhaben.

Und hätte ich einen Hund oder eine Katze, ich hätte es sicher auch ihnen erzählt.

Einfach jeder bekam also mit, was Anna vor hat. Selbst Online machte ich wage Andeutungen, die damals aber noch sehr in der Schwebe waren und von denen ich nichtmal selbst glaubte, dass ich es tatsächlich mache.

Das Wochenende davor war nochmal besonders schlimm und ich entschuldige mich hiermit offiziell bei meinen Freunden, so eine Anna ertragen zu müssen, die voller Zweifel ständig sagt „Aber was ist wenn…?“ „Aber“ „Aber“ „Aber“ :D

Es gibt so einige „Aber“, wenn man Angst hat.

Kennst du das?

Heute war der Tag dann gekommen. Jeder wusste Bescheid. Anna würde HEUTE hingehen. Wenn sie es tatsächlich machen würde….

Zu Hause war ich so nervös wie vor einer großen Prüfung. Und irgendwie, war es auch eine.

Die Prüfung, sich selbst nicht im Weg zu stehen. Sich zu überwinden.

Meine Angst verdoppelte sich, dadurch dass auch noch andere Menschen involviert waren. Die einen verurteilen können. Von denen man abwertende Blicke kassieren kann, was natürlich, so ein dickes Fell man nun inzwischen hat, trotzdem demotivierend ist. Ich hatte Angst, Außenseiter zu sein, das Gefühl nicht dazu zu gehören in der Gruppe, da ich neu war und sowieso von nichts einen Plan.

Daheim packte ich dann aber allen meinen Mut zusammen. Nur ich alleine würde mich dem stellen können. Ich hatte keine Freundin dabei, niemand, dem man zwischendrin Blicke zuwerfen konnte, mit der man in der Pause reden könnte.

Alleine ging ich los in die Nacht und wusste nicht, was mich erwarten würde.

Es war kalt an diesem Abend und ich war verdammt früh dran. Noch niemand hier? Natürlich nicht. 20 Minuten vorher ist dann doch ein bisschen übertrieben. Aber besser als zu spät…

Ich trippelte hin und her, kramte sinnlos in meinem Rucksack, falls sich die Tür öffnen würde und mich jemand einfach so sinnlos hier rumstehen sehen würde. Und dann, ein paar Minuten später, ging die Tür tatsächlich auf.

Ich sagte Hallo und Sie auch. (Klingt das jetzt nach Schlaflos in Seattle?)

Dann kurzes Schweigen.

Ich wusste, ich würde es einfacher haben, wenn ich von mir aus ein Gespräch anfangen würde – offen nennt man das ja. Es ist auch immer gut, wenn man ehrlich ist und sagt, dass man das alles zum ersten Mal macht, neu ist und noch keine Ahnung hat.

Wir kamen also ins Gespräch und schon als ich sie sah, war ich etwas beruhigter, sie war ein bisschen so wie ich. Dann kam das nächste Mädel rein und war erstmal verwirrt, mich zu sehen. Ich sagte „Ich bin neu hier, nicht wundern“ und lachte, sie lachte auch. Ich war so froh, über diese Begegnungen, denn ich fühlte mich willkommen.

Dann ging es los und wir liefen zusammen in die heiligen Hallen.

Im Net hatte ich schon verdammt viel gelesen, um ja nichts falsch zu machen. Die ganzen Regeln, die es zu beachten gab und die ganzen Fettnäpfchen, in die man treten konnte.

Zuerst zog ich also ganz schnell meine Schuhe aus und ja, auch die Socken. Es fühlte sich merkwürdig an, hier barfuß rumzulaufen. So als ob man im falschen Level Design gelandet ist und eigentlich zum Strand wollte aber nun auf harten Boden tritt. Viel Gedanken konnte ich mir aber nicht drum machen. Auch nicht um viele andere Dinge, die daheim noch so große Zweifel hervorgerufen hatten.

Flashback: Anna sitzt daheim da und betrachtet penibel genau ihre Füße. Würde man auf den Bluterguss achten, würde man sie hässlich finden?

Jetzt war gar keine Zeit dafür und solche Gedanken waren plötzlich auch nicht mehr wichtig.

Innen hatten sich schon ein paar Leute versammelt, noch fiel ich nicht groß auf. Noch war ich ein Gesicht unter ca. 15 Leuten.

Dann, ganz ohne groß Tam Tam, fing alles an.

Wir liefen alle im Kreis, ohne Pause.

Am Anfang hielt ich noch mit, dann fiel ich etwas zurück und lief allein. Ich kam mir blöd vor, alleine. Ich versuchte schneller zu werden aber hörte die Stimmen meiner Freundinnen „Anna, wenn du das Gefühl hast du musst mithalten und kannst nicht, hör lieber auf deinen Körper und scher dich nicht drum, was andere denken.“ Ich zügelte mich also und es war gut so, denn sonst hätte ich das Dauerlaufen nicht durchgehalten. So überrundeten mich gefühlt alle, aber es war okay, es war kein Wettrennen und ich achtete auf mich.

Dann kam das, was ich schon im Internet gelesen hatte: Die Aufstellung. Trotz Vorbereitung war es auch hier vor Ort ganz anders. Ich lief hin und her und war am Ende doch FALSCH. Mir wurde ein Platz zugeteilt in der 2. Reihe und ich bekam Panik. Denn ich stehe normalerweise bei so Gruppensachen immer gaaaaaanz hinten, wo mich niiiiemand sieht.

Ich hoffte, dass ich mich jetzt nicht blamieren würde.

Vor diesem Teil hatte ich am meisten Angst.

Der Fitness Teil!

Hampelmänner. So viele Hampelmänner. Und dann aufeinmal merkte ich, dass jeder die mal anzählen musste. Laut. Vor allen.

Ganz vorne fing der erste an: „1….2…..3….4….“ und alle machten mit. Dann kam der daneben dran. Ein bisschen mit Variation aber vom Prinzip her dasselbe. Ich bekam wieder Angst – OH GOTT ICH MUSS JETZT GLEICH LAUT ZÄHLEN!!! HILFE!

Und dann, als letzte, ja, dann musste auch ICH laut rufen in diese Halle und mich gleichzeitig dazu bewegen. Meine Stimme echote im Raum wieder und natürlich war es mir irgendwie peinlich. Warum, weiß ich nicht. Als Erwachsener ist man sich so vielen unnötigen Dingen bewusst.

Und dann ist es wohl auch nicht gerade Alltag, eine Gruppe anzuleiten und sei es auch nur für ein paar Sekunden, in denen man selbst die Anfängerin ist. Das ist schon sehr strange.

Schon drehten sich 2,3 zu mir um.

„Wer ist das?“ schienen ihre Gesichter zu sagen.

Aber auch das ging rum.

Dann ging es ans Dehnen. Kennst du das, wenn jemand etwas vormacht und du nicht sehen kannst was, weil es eine Übung auf dem Boden ist?

„Legt euch auf den Rücken und“ ….. NEEEIN BITTE NICHT, DENN ICH SEHE DANN NICHT, WAS DU TUST!

Und so kam es dann, dass ich eben irgendwie, irgendwas machte.

Ob das Dehnen war und richtig, das weiß wohl keiner.

Und als es dann hieß „Und jetzt legt euch auf den Bauch und berührt mit eurem Fuß eure Hand….“ spätestens dann wusste jeder, die Anna ist neu und sieht im Moment aus wie ein Walfisch, der Dreirad lernen will. Ich schaute mich um, um die Übung bei den anderen abzuschauen.

Zwei Augen, die mich beobachteten. Ein Typ hinter mir, wollte genau wissen, was ich da so mache. Er lag völlig entspannt da und dehnte sich als ob er ein Schlangenmensch wäre, während ich nicht wusste, was meine linke und rechte Hand war.

Plötzlich tauchte neben mir der Meister (*Gongschlag*) auf. So heißt das tatsächlich, auch wenn ich ja für player empowerment bin ;). Er fragte „Angemeldet oder Probetraining?“

Ich, auf dem Bauch, keuchte: „Probetraining“, während meine Hand immer noch versuchte „sich in meinen Fuß zu legen“.

Dann ging es erst richtig los.

Der Meister machte etwas vor. 2-3 mal. Ich war völlig baff: So schnell sollte es schon zu den Partnerübungen gehen? Ich konnte doch noch gar nichts.

Er ging in meine Richtung und meinte: „Einfach machen, probieren.“ und teilte mir eine Partnerin zu.

Alle hier, waren schon seit 4 Monaten dabei. Und nun kam ICH.

Ich bekam zwei „Polster“ in die Hand gedrückt. (Ich erspare euch die Fachbegriffe.)

Ich frage mich noch immer, wie schwer es eigentlich sein kann, diese Dinger richtig zu halten.

Wochenlange Recherche hatten mich nicht für diesen Moment vorbereitet: 2 Kissen mit Griff zu halten.

EINFACH JEDESMAL HIELT ICH SIE FALSCH HERUM und ZU HOCH, ZU TIEF, ZU NAH, ZU WEIT WEG. Meine Partnerin war schon sehr erfahren und not so amused, dass nun Anna dastand mit absolut 0 Ahnung. Sie versuchte das beste draus zu machen und erklärte mir, wie ich diese Dinger halten sollte.

Es war aber ganz schön laut um mich rum, ständig rief jemand HA!!!!! (so überzeugend, dass selbst Sauron sich davor gefürchtet hätte) und TSSSSZZZZ (*Luftgeräusch) und PAM PAM (*Schlaggeräusch*) zischten die Schläge in der Halle wieder, sodass ich so gut wie nichts verstand.

Ich fühlte mich, als hätte man mir ein Fahrrad gegeben und ich hätte es auf den Kopf gestellt und so versucht zu fahren. So richtig blöd eben :D Und ständig wechselte sich die Haltung der Polster. Alle waren damit vertraut, nur mir fehlten eben wie gesagt Monate Wissen und Training.

Nie im Traum hätte ich dran gedacht, dass etwas zu halten, so schwierig sein kann!

Und dann – da habt ihr bestimmt alle drauf gewartet – war auch Anna an der Reihe.

Ich wusste ja gar nichts, ich nahm allen Mut zusammen und – kickte meinen ersten Kick. Es war so schlecht, so unkoordiniert, so anfängerhaft, dass ich es natürlich gleich nochmal versuchte. Und nochmal und nochmal. Und jedesmal endete ich falsch. Jedesmal kickte ich und…. dachte dann an eine Art Choreographie, die ich nicht verstanden hatte.

Oooooh ich muss noch meinen Fuß nach vorne abstellen. Ooooh Mist habe ihn wieder hinten abgestellt. Was mache ich eigentlich mit meinen Fäusten? Die hängen so blöd da, Deckung ist das nicht?

Dann machte der Meister wieder was vor. Und jetzt war ich hin und hergerissen. Worauf achten? Den Kick oder wie man diese verdammten Polster hält? Ich achtete auf beides und wusste natürlich beides dann nicht mehr :D

Er kam dann zu mir (*Gongschlag*) und meinte „Du machst dann“ und ich verstand es nicht….sagte „HM????“ und er „Du machst dann 4-4-5 statt 5-5-5“ und er sagte noch ein koreanisches Wort.

Und was machte Anna, die natürlich zum 2.x nichts verstand? Sie meinte „Ja, alles klar!“ und nickte freudig. Und dachte innerlich OMG WAS SOLL ICH TUN????

Ich hielt die Polster und dann kickte ich. Irgendwie. Und dann ein Punch. Es ging schon und mittendrin dachte ich: WOW, das macht Spaß. Ich genieße das gerade!

So ging das noch ein paar Mal, bis zum Abschlusskick. Der schwerste.

Eine Drehung nach hinten und PAM.

Und hier, ja hier machte sich dann doch etwas bemerkbar. Als Teenager hatte ich etwas ähnliches manchmal geübt. Weil Sporty Spice das machte und Bruce Lee sowieso.

So furchtbar auch mein 1. Kick in dieser Stunde war, einer der schwersten fiel mir leichter. Ich drehte mich und PAM! Ziel getroffen und das mit Wucht.

Aufeinmal wieder der Meister neben mir (woher kam der nun plötzlich?), der anerkennend sagte „GUT. WEITER!“

Ich musste lächeln und fühlte mich so stark, so stolz, als hätte ich gerade den Endkampf gegen Jean Claude Van Damme gewonnen, als würde Bruce Lee himself selig lächelnd auf mich herabschauen.

Natürlich gab es auch ein paar akward Situationen. Als zum Beispiel ich voll drin war in der Übung und dann merkte, dass ich noch die einzige war, während alle schon längst aufgehört hatten um dem Meister wieder zuzuschauen. Der wartete natürlich jedesmal mit Respekt auf mich aber stellt euch das mal vor: Alle, inklusive der Meister wollen fortfahren, es wird still und du…. kickst dich gerade so ins Nirwana, total stümperhaft :D

Das war auf keinen Fall ein schönes Gefühl, weil ich das erst gegen Ende gemerkt habe, dass ich hätte tatsächlich früher aufhören sollen und das war also so eine Art Fettnäpfchen kann man sagen.

Dann gab es noch die letzte Übung in der ich bei den anderen einfach abschauen sollte, aber keiner bezog mich so wirklich ein, weil viele so konzentriert waren und selbst übten, also lungerte ich mit 3 boys an der Außenlinie rum, hin und hergerissen zwischen nichts tun und mitmachen. Vielleicht waren das ja auch eher Anfänger?

Dann kam der Meister und wies mich jemand zu. Es war das Mädchen vom Anfang. So richtig wusste sie auch nicht, was machen aber wir versuchten ein paar Sachen. Es war nun tatsächlich eher wie eine Choreographie. Bei sowas bin ich ja eher gut, aber natürlich schwer, wenn einem so viele Stunden fehlen. Das andere Mädchen aus der Umkleide war in der Mitte und konnte wohl auch schon alles – in jeder Gruppe gibt es jemand Ehrgeiziges und das war in dem Fall auch gut so, denn alle schauten auf sie, während der Meister die Fortgeschrittenen trainierte.

Die Boys von der Außenlinie waren dann übrigens am unglaubliche Kicks abliefern…..von wegen Anfänger, hatten sich wohl nur kurz ausgeruht. Hätte ich hier also doch lieber die Initiative ergreifen sollen und einfach auf jemanden zugehen. Aber so ist das ja, wenn man neu ist, man traut sich ein paar Sachen nicht, einfach weil man nichts falsch machen will, gerade in einem Bereich, der sich nach Regeln richtet und von dem man im Internet z.B. Dinge liest wie „Niemals die Hände in die Hüften stemmen“ „Nicht trinken“. Durch meine Aufenthalte in Asien waren mir kulturelle Unterschiede schon oft begegnet und ich wollte diese natürlich respektieren.

Langsam aber sicher kamen die Fortgeschrittenen in die Halle und setzen sich schonmal an den Rand. Alle hatten einen farbigen Gürtel. Ich betete, sie würden nicht mir zuschauen.

Es folgte ein letztes Mal versammeln, eine letzte Verbeugung und dann – war auch alles schon vorbei.

Den Meister belagerten alle, also ging ich nicht mehr zu ihm. Nur von weitem rief ich „Tschüss!“ und hoffte innerlich, dass das respektvoll genug war.

Ganz neu war für mich – im Vergleich z.B. zu anonymen Aerobic Kursen, dass mich die Mädels in der Kabine fragten: „Und, wie fandest dus?“. Dass überhaupt ein Gespräch stattfand. Dass sie sich für mich mitfreuten. Dass sie mich anschauten, interessiert. Dass alle sehr verschieden waren, aber uns irgendwie dasselbe verband. Der Spaß zu diesem Sport.

Total begeistert ging ich aus der Halle und lief noch mit meiner Partnerin zur Bahn. Ich hatte mich schon während dem Training bei ihr entschuldigt, sie hatte nämlich zwangsweise und oft die Trainerrolle übernehmen müssen, obwohl sie schon 1 Jahr dabei war. Aber sie fragte mich nach meinem Namen und es überraschte mich sehr, wie so vieles an diesem Abend.

Ich war eine Stunde lang in eine fremde Welt und auch eine fremde Kultur getreten und ja, ich wurde für eine Stunde Teil dieser Welt.

So viele neue Aspekte, so viel zu Lernen, so viel neue Gesichter, so viel Ängste, die ich überwinden musste, alleine ins Unbekannte zu gehen, nicht wissend, wie alles laufen würde.

Ich hatte mich durch etliche Foren gelesen, zig Gespräche geführt, um irgendwie meine Angst zu minimieren, um mir selbst zu sagen, dass es okay ist, dass nicht jeder als Meisterin geboren wird – im Endeffekt tatsächlich niemand. Aber dann an dem Tag tatsächlich hinzugehen, es durchzuziehen, das ist schon nochmal eine andere Hausnummer.

Kennt ihr das, wenn ihr euch etwas vornehmt und es dann mal wieder nicht macht? Kennt ihr das, wenn ihr ganz viele Ausreden sucht, um etwas, was ihr eigentlich machen wollt, dann doch nicht umsetzt?

Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass ich nicht richtig geschaut hatte, dass noch Ferien waren und die Schule zu, dass ich dann die Entscheidung hätte verschieben können, mich dem allem nicht stellen müssen….

Aber der Blitzschlag kam nicht. Und auch nicht das 2012 Szenario. Es gab keine Naturkatastrophe und auch Thor verlor seinen Hammer nicht. Auch war A. Lincoln nicht in der Stadt, den ich hätte auf dem Empire State Building treffen können. Und ja, selbst meine Verletzung, die machte an dem Tag mit. Es gab keinen Grund, nicht hinzugehen.

Und dann setzte ich also einfach einen Fuß vor den anderen, mit pochenden Herzen, mit vielen Fragen und Ängsten und Zweifeln und Sorgen, die Außenseiterin zu sein oder nicht akzeptiert zu werden, ausgelacht zu werden. Das alles hätte passieren können und jeder der das schonmal erlebt hat, weiß wie schlimm das ist und warum wir überhaupt solche Ängste entwickeln. Nicht akzeptiert zu werden ist keine Einbildung. Es ist auch oftmals keine Entscheidung, die man irgendwie beeinflussen kann.

Aber ich ging das Risiko ein – und am Ende ging ich beschwingten Herzens wieder nach Hause. Hochmotiviert, geflasht, Nummern wählend, Voice mails verschickend, um allen mitzutilen:

Ich habe es getan.

Ich habe meine Angst überwunden. All die Sorgen, Selbstzweifel: zu unfit, zu ungelenkig, zu alt, zu viel verpasst, zu hohes Risiko abgelehnt/ignoriert zu werden, zu anstrengend, zu weit weg von meiner Welt. Zu groß für mich, zu unerreichbar, zu aktiv, zu sehr etwas was nur die Anderen können.

Ob ich dabeibleibe, ob ich durchhalte, ob mein Körper und meine Zeiteinteilung das mitmachen, das weiß ich natürlich nicht. Aber es geht gar nicht so sehr darum, sondern darum, sich selbst etwas gezeigt zu haben: ICH KANN DAS.

Ich habe es einfach versucht und mein Bestes gegeben.

Die sympathischen Gesichter, die mir die Angst nahmen.

„GUT. WEITER!“ Die Stimme des Meisters.

Dieser Kick, der so gut kam.

Das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Die Nacht war plötzlich nicht mehr kühl, sondern wunderschön.

Ich habe es getan.

Anna ist ins Taekwondo gegangen!

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