Ordnung am Schreibtisch – so einfach geht’s!

Der Schreibtisch ist an Sammelplatz für alles, was uns im Alltag in die Finger kommt: Briefe, Taschentuchpackungen, Lebensmittel, Schmierzettel, Steine (ja, Steine.), eine riesige Ablage, Kataloge/Zeitschriften, Schlüssel, Tasse und ja…dann natürlich noch diverse Stifte, Scheren, Büroartikel und Co.

Aber da das nicht reicht, kaufen wir uns zusätzlich einen „Rolli“, der steht meist unter oder neben dem Schreibtisch – indem Tesa, noch mehr Scheren, Heftklammern, Papier, noch mehr Stifte usw. ihr Zuhause finden.

Und in den unteren Schubladen, da findet dann quasi alles seinen Platz, von Belegen bis Postkarten bis Firlefanz.

Du erkennst dich wieder? Dich stört der ganze Kram, weil du nie Platz hast zum Arbeiten? Du fühlst dich uninspiriert und kannst dich nicht konzentrieren?

Was bei dieser Phase typisch ist: Wir räumen den Schreibtisch auf und nach 2 Wochen herrscht wieder das reinste Chaos. Und wenn dann noch spontan Besuch kommt….

Heute möchte ich dir meinen Schreibtisch zeigen und somit eine Alternative, wie man dauerhaft Ordnung schaffen kann.

Es mag für den einen oder anderen ungewohnt sein, jedoch kann ich jedem empfehlen, es einfach mal auszuprobieren :)

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Tipps:

  1. Erstmal alle Büroartikel aussortieren, die man nicht mehr braucht (-> Hier kann man nachlesen, wie)
  2. Auch die Dinge aussortieren, die auf dem Schreibtisch echt nichts verloren haben. Muss das EC Bank Gerät immer auf dem Tisch liegen? Oder kann es auch woanders hin? Können die Münzen nicht auch endlich in ein Sparschwein? Die ausgetrockneten Pinsel – wenn man nicht ständig malt braucht man sie dort auch nicht.
  3. Keine Papierablage auf dem Schreibtisch. Ich habe sie im Regal hinter mir und kann mich bei anderen Arbeiten konzentrieren. Vergessen werden Unterlagen, Briefe und Co deswegen nicht. Aber man muss die auch nicht 24h vor der Nase haben.
  4. Keine Bücher auf dem Schreibtisch, wenn man nicht momentan damit arbeitet. Klingt logisch, ja, nur mutiert der Schreibtisch viel zu oft zu einer NICHT GENUTZTEN Bibliothek.
  5. Keine Möbel unter dem Schreibtisch. Außer natürlich ein Papierkorb (nicht im Bild). Ich schätze mal, in diesen Rollschubladenmöbeln sind sowieso zu 80% Dinge, die wir nicht alltäglich brauchen. Schaut doch einfach mal nach bei euch :) Neben den Beinen muss nichts stehen, was einen physisch und psychisch einengt.
  6. Generell alles vom Schreibtisch räumen, was man nicht tagtäglich braucht. Das wird für viele sehr ungewohnt sein. „Aber die Stifte müssen doch zu den Stiften…“ Nein, müssen sie nicht. Für die Sachen, die man nur manchmal braucht, reicht 1 Box/1 Schublade aus die wo anders steht- außer man bastelt viel. Selbst dann sollte man nicht alles auf dem Tisch stehen haben sondern lieber in einem Regal.
  7. Keine Stiftekörbe, in denen sich alles ansammelt, wie hier:
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Nicht zu empfehlen!

Besser: Abgetrennte Abteilungen für Stifte, Schere etc. (Bild weiter unten)

Vorteil: Alles hat seinen Platz. Man muss nicht suchen. Klares Bild. Wahrscheinlich einer der meist unterschätzen Punkte.

Wir kommen zum wichtigsten Punkt. Den muss man in groß schreiben, Moment:

Das „Ich kann mit 1 Kuli auf dem Schreibtisch leben – Prinzip“:

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Klingt absurd, ist aber der Schlüssel zum aufgeräumten Schreibtisch, bei dem man nie mehr etwas sucht und in einer Millisekunde (blind) in die Stiftebox greifen und ihn finden könnte, weil es ja nur den EINEN Kuli gibt.

Und siehe da – der schreibt auch noch! 

Es ergibt absolut keinen Sinn, 2 gleiche Gegenstände auf dem Schreibtisch stehen zu haben.

Immer wieder sehe ich Arbeitsplätze, an denen sich Stifte voller Stifte tummeln. Soweit in Ordnung, jedem das seine, ich war ja selbst so. Aber ganz oft suchen diese Menschen dann nach Stiften, die überhaupt schreiben!

Wenn man nur 1 in Gebrauch hat dann gibt es den Frust auch nicht mehr und statt 2 gleichzeitig aufzubrauchen (und einer trocknet aus) wieso nicht mal das Experiment wagen? Du wirst feststellen: Es geht und das sogar sehr gut. Langfristig wird das dazu führen, dass man auch nicht mehr Massen von Stiften kauft, die dann unbenutzt auf dem Tisch stehen.

Es gibt natürlich Bleistifte in unterschiedlichen Stärken, sicher ist das was anderes. Aber nicht jeder von uns zeichnet tagtäglich mit fünf unterschiedlichen Bleistärken, richtig?

Wieso sollte ich auch 2 gleiche Scheren auf dem Schreibtisch stehen haben – kann ich doch nicht gleichzeitig mit der rechten und sowieso nicht mit der linken Hand schneiden.

Es gibt sie, unterschiedliche Radierer. Hier entscheidet wieder ganz individuell, ob man viel zeichnet oder nicht. Ich brauche nur einen, der kann das meiste und hat auch eine gute Qualität.

Man muss auch nicht 2 Tesarollen auf dem Schreibtisch liegen haben. Ob man die andere Rolle dann schnell aus einer Box holt, ist im Endeffekt egal. Man sollte sich die Sicht auf dem Tisch nicht mit sowas zubauen. Ähnlich gilt es mit Heftklammern und Co, wenn ein Tacker leer ist, ist er leer, man muss bis dahin aber die Klammern nicht auf dem Schreibtisch stehen haben.

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Und die vielen Zettel, Schmierzettel, Post-Its…genau das macht einen Schreibtisch auch sehr unruhig. Lieber sich auf 1 Zettelblock reduzieren.

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Bunte Karteikarten, die hoffentlich bald weg sind ;)

Du fragst dich, wo meine ganzen anderen Sachen sind? Da ich keine Schubladen mehr habe (den IKEA Rolli habe ich weggegeben), landeten diese Sachen in einer kleinen, stabilen Box.

In eine Schublade passt oftmals viel zu viel rein. Bei einer Box aber wird man immer wieder daran erinnert, nicht doppelte Sachen zu kaufen und auch Dinge aufzubrauchen. Oder wieviel Tesa liegen bei dir zu Hause rum ;) ?

Hier habe ich mal den Inhalt der Box für dich ausgebreitet, damit du sehen kannst, dass mir im Endeffekt nichts fehlt an Sachen und ich selbst sogar noch am Aufbrauchen bin:

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Vieles davon hat früher meinen Schreibtisch belagert oder wanderte dann später in das Möbelstück unterm Tisch. Wenn man ehrlich ist und sich wirklich fragt: Was brauche ich täglich, dann kann man feststellen, dass wirklich eine Box ausreicht.

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Was ist mit Fineliner, Marker und Kleber?

Bis jetzt habe ich sie noch in einem Stiftekorb. Bald, wenn ich die Karteikarten (oben) nicht mehr brauche, werden auch sie Platz in meiner Box finden. Das würden sie jetzt schon, aber manchmal brauche ich dann doch noch einen Fineliner. Bis dahin, werden sie noch ein bisschen mein Regal blockieren.

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Das ist keine schöne Lösung aber für mich vollkommen okay – Hauptsache nicht mehr auf dem Schreibtisch oder sogar ein extra Möbelstück deswegen.

Das hat aber nichts damit zu tun, dass man nun Stifte in seiner ganzen Wohnung verteilen soll – alles, nur das nicht! Der Korb ist eine temporäre Lösung, auch er wird bald wegkommen. Trotzdem weiß ich genau, was drin ist. Es gibt auch sonst von mir keine weiteren Schreibutensilien irgendwo, das würde nur Chaos verursachen.

Ein weiterer Schlüssel zur Ordnung: Wenn Dinge verteilt sind, dann nicht überall sondern an festen Plätzen.

So kann ich meinen Arbeitsplatz genießen und es ist sehr beruhigend, wenn man ins Zimmer kommt.

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Ob man die ganzen Pflanzen mag oder nicht – ich mag sie und sie habe eine frische und beruhigende Art. Gut, wenn man sich konzentrieren will und auch gut, weil es dem ganzen eine freundliche Note gibt, wie ich finde :)

Wenn man überlegt, dass ich vor der ganzen Aussortier-Aktion auf dem Fenstersims NUR  Papier liegen hatte und keine einzige Pflanze …. das sah weder schön aus noch hatte es was gemütliches.

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Sicher, den Schreibtisch könnte man noch etwas individueller gestalten, durch z.B. einzelne Fotos. Gleich neben mir rechts habe ich aber eine riesige Fotowand (nicht zu sehen auf den Bildern), sodass ich an meinem Arbeitsplatz gar keine brauche. Vielleicht wird sich das irgendwann wieder ändern, so ist es gut so, wie es ist.

Unordnung kommt meiner Meinung nach nicht mit Fotos nicht rein, sondern durch andere Dinge (wie oben erwähnt z.B. viele Stiftekörbe oder generell zu viele Stifte).

Ich brauche auch nicht meinen Schreibtisch voller Figuren, Werbegeschenke oder Erinnerungen, zuviel Reize sind nicht gut, wenn man sich konzentrieren will und meine Kreativität hat durch die Einfachheit bisher auch nicht darunter gelitten. Im Gegenteil.

Wie auch immer du deinen Arbeitsplatz gestaltest – frage dich selbst, was dich dort glücklich macht und was DU brauchst.

Du weißt nicht, was das ist? Versuche es einfach mal mit dem Nötigsten (1-Kuli-Prinzip) und füge ggf. Utensilien hinzu, die du vermisst. Du wirst feststellen, es werden weniger sein, als du denkst!

Vielleicht wirst du sogar wie ich an einen Punkt kommen, an dem du feststellen wirst, dass du ganz allgemein nur noch 1 Kuli, 1 Bleistift, 1 Schere brauchst. Denn was du auf den Fotos siehst, ist alles was ich noch an Büroutensilien habe.

Vorteil von so einem freien Schreibtisch ist natürlich, dass es nie Chaos gibt.

Sicher, auch ich habe Phasen, in denen Bücher über Bücher auf meinem Tisch liegen, mit 100nden Unterlagen etc. Aber der entscheidende Unterschied ist der, dass in dieser Phase nicht noch zusätzlich von den Büroartikeln her irgendeine Unordnung hinzukommt. Außerdem hat man immens mehr Platz auf dem Tisch für alles und wenn man fertig ist – tada – wieder eine freie Fläche. Mal abgesehen davon, dass man 2 Minuten zum Putzen braucht :D !

Nie mehr werde ich im Tyrannosaurus Rex Style halb meinen Arm brechen, weil um mich herum auf dem Schreitisch alles mögliche meine Schreibbewegung blockiert :D !

Sei auch du kein Dinosaurier!

;)

 

 

 

11 Gedanken zu „Ordnung am Schreibtisch – so einfach geht’s!

    1. Moooment mal, das musst du kurz erläutern. Kleidung auf dem Schreibtisch :D? Oder meinst du den Bereich drumrum? :) Viele Leute platzieren Papier deswegen dort, um ihr Gewissen zu beruhigen. Aber der Stapel wird größer und größer…man hat auch nicht immer Zeit. Deswegen habe ich alles in ein Regal hinter mir. Bearbeitet wird das da trotzdem. Mein Schreibtisch sehe ich von nun an wie eine Werkbank – da hätte man auch nicht ständig alle Bretter der Welt rumliegen :D Vorteil: Man kann jederzeit loslegen und dieser klare Effekt, wenn man ins Zimmer reinkommt möchte ich nicht mehr missen :)

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      1. Verstehe :D Vielleicht steht er dort, weil die Höhe für dich perfekt ist, um Wäsche aus dem Korb zu holen. Aber fürs Arbeiten am Schreibtisch natürlich nicht so gut :D

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    1. Lea, das freut mich total :)! Mir ging es auch immer so, unglaublich, was für eine Unordnung man nur auf einem Tisch (auf dem man ja eigentlich arbeiten sollte) verbreiten kann :D. Seit ich aber soviel aussortiert habe und da fast nichts mehr drauf/drumrum steht, gibt es das nicht mehr. Bin mal gespannt, wie es dir ergeht :)

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