Ich hab mal wieder aussortiert…

Zu Hause angekommen von meiner langen Reise, blicke ich auf meine Kleiderstange. Was will ich eigentlich mit den ganzen Sachen? Machen sie mir noch Freude? – Irgendwie nicht. Viele davon sind schön anzusehen und haben einen hohen emotionalen Wert, jedoch zum anziehen fehlt schlichtweg einfach die Möglichkeit. Ich habe viele schicke Kleider, weiß aber gar nicht, wann ich die anziehen soll.

Während ich die ganzen Shirts vom Urlaub wasche, merke ich: auch unter ihnen müssen manche gehen. Zu klein geworden beim Waschen. Zu…..rot. Zu….hell. Zu weiß.

In der Kommode wird es jedoch nun eng mit den vielen neuen, schönen Shorts. Auch habe ich 2 neue Sommerkleider. Perfekt für den Sommer ist das ja alles…. Draußen fängt es an zu regnen.

Ich seufze.

Ein paar Tage später gehe ich es wirklich an und gehe ehrlich nochmal alle Klamotten durch.

Was macht mir Freude? Was ziehe ich eh nie an? Was hängt nur als Deko da? Was habe ich doppelt und trage ich auch nie?

Es ist gar nicht so einfach, da ich ja inzwischen schon so oft aussortiert habe, dass da gar nicht mehr „irgendwas“ dabei ist, sondern fast nur noch Dinge, an denen man extrem hängt. An etwas hängen, heißt aber nicht unbedingt gleich Freude.

Also frage ich anders: Was liebe ich? Was sind meine Lieblingssachen?

Ich gehe die Stange durch. Es werden 4 Teile. Ich merke: Die anderen 20 sind eben einfach nur da. Irgendwas muss man ja anziehen.

DSC07163
Auf dem Boden: Goodbye

Ich besitze 2 lange Hosen. Eine davon, die dunkelblaue, ist okay. Sie rutscht immer, selbst mit Gürtel. Die Farbe ist aber schön.

Die andere Jeans passt sehr gut, ist mir aber zu hell, sodass ich sie nicht überall hin anziehen würde. Außerdem ist die Qualität sehr schlecht.

1 Jeans ist doch wohl zu wenig, oder?

Ich muss ja auch in die Uni und Arbeit und und und…

„Am liebsten würde ich eine schwarze haben die super passt und mir gefällt und diese helle hier weg“, sage ich zu mir.

Viele Kleidungsstücke sortiere ich an diesem Tag aus und fühle mich danach sogar richtig erleichtert.

24 Teile. Die immer nur eine Kategorie erfüllen.

Nur schön. Nur passend. Nur für 1 Anlass in 5 Jahren.

Die Tüte steht noch hier, zurück hängen will ich jedoch nichts.

Auch nicht die helle Jeans.

Spätabends regnet es dann wieder. Ich denke „Vielleicht kommt der Herbst schneller als mir lieb ist, dann ist es ja auch kühl. Was ist, wenn ich so schnell keine andere Jeans finde/mir kaufen kann? Wird es dann wieder irgendeine?“

Schweren Herzens räume ich sie aus der Tüte und lege sie daneben. Erstmal schauen, wie ich ohne sie zurecht komme.

Aussortieren kann schnell gehen und erleichtern aber manchmal muss man auch noch abwarten. Nicht, dass man am Ende wieder gleich für Ersatz sorgen muss und dann aber nicht das passende findet.

Trotzdem bin ich vorangekommen, denn die Tüte ist an sich schon mit den ganzen Sachen immens schwer. Last, die nun bald mein Haus verlassen wird um für jemand anderes eine Freude zu sein.

Auch das ist Aussortieren.

DSC07166.JPG
Nun ist auch mehr Platz in der Kommode ;)

 

 

3 Gedanken zu „Ich hab mal wieder aussortiert…

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