Leichtes Gepäck – Gedanken nach der Reise

Lärm. Menschen. Um uns herum nur Menschen. Und ihr Gepäck.

Wir befinden uns am Flughafen in Koh Samui, Thailand und müssen, wie so viele andere Urlauber hier, leider wieder zurück nach Bangkok um von dort aus nach Hause zu fliegen.

Im Gegensatz zu uns hat fast keiner einen Rucksack auf, denn die meisten Backpacker fahren mit dem Bus zurück (8h, haben wir schon hinter uns das Erlebnis…) und somit bleiben nur noch die „1-2 Wochen Thailand im selben Hotel“ Urlauber übrig. Woher ich das weiß?

Sie stehen da, Familien oder junge Paare und haben alle eines gemeinsam: Ihre Koffer sind fast größer wie sie selbst.

Doch das ist nicht alles, teils ist die Tasche für das Handgepäck fast ebenso groß.

„Was nur, ist in diesen Koffern alles verborgen?“, frage ich mich. „Eine Tuba? 10 Säcke Reis? Unterwäsche für 1 Jahr?“

Doch die Antwort kenne ich. Habe ich doch selbst ganz schön viel auf dem Rücken. Kleidung, ganz viel Kleidung. Mehr als ich brauche.

Ich sehe mich weiter um. Die Warteschlange zur Gepäckabgabe ist lang, trotz Online Check-In.

2 Reihen vor mir steht ein junges, thailändisches Paar mit einem Minikoffer. Sind sie nur für einen Kurztrip hier? Oder haben sie generell weniger? Wissen sie, was man alles braucht/nicht braucht?

Stimmt es, dass Menschen, die in asiatischen Ländern aufwachsen, den Wert von Einzelndingen mehr schätzen und nicht so dem Überfluss nachgeben? Ist die asiatische Kultur eine minimalistische?

Hinter uns stehen 3 chinesische Mid-Twenties, die alle modisch on point sind. Wie aus einem Magazin entsprungen. Ich wäre gern, wie sie. Mit Hut und Hawaihemd, mit Skaterrock und Hosenträger. Jeder von ihnen hat ebenfalls einen Riesenkoffer vor sich.

„Ob darin die ganzen Outfits und Accessoires sind, die verschiedenen Ohrringe, Taschen und Schuhe?“ frage ich mich wieder. Vielleicht die Antwort auf die Frage, wie man es schafft selbst bei 35 Grad noch lässig auszusehen.

Es gibt auch einen Schalter für Übergepäck. Jemand trägt ein Cello vor sich her. Ich bin mir aber sicher, dass es auch heute jemanden hier in der Schlange geben wird, der zuviel eingepackt hat und mehr zahlen muss. Vielleicht von vornherein, vielleicht durch große Souvenirs oder Klamottenkauf.

Vielleicht bilde ich mir das aber nur ein, damit ich mich selbst besser fühlen kann, abheben kann, von all den Leuten, während ich doch exakt 13,6 kg mit mir rumschleppe. Ebenfalls zuviel. Sogar medizinisch nicht gut für meinen Rücken.

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Der wunderschöne Flughafen von Koh Samui, Thailand

Ich stelle fest: Minimalistisch ist das noch lange nicht. Muss und soll es aber auch gar nicht. Aber weniger zu schleppen, hätte ich trotzdem gern. Das fängt natürlich schon daheim an aber hat auch viel mit Erfahrung zu tun. Alleine, dass ich das hier schreibe und mir Gedanken mache, wird mir bei der nächsten Reise sicher helfen. Die Packliste wird hoffentlich ihr übrigens tun.

Doch auch während der Reise habe ich gelernt, dass ich von den 44 Kleidungsstücken die ich dabei hatte (inklusive aller Socken und Unterwäsche), sicher die Hälfte nicht dringend gebraucht hätte.

Wie es wohl sein muss, freiwillig so wenig Klamotten zu haben, dass man unbeschwert packen und reisen kann?

Wie ist es wohl, wenn man sich nicht so viele Gedanken machen muss und sowieso nur 5 gute Shirts hat und nicht aus 15 aussuchen muss? Das müssten ja dann die absoluten ultra Lieblingsshirts sein und man würde so rumrennen, wie man eigentlich will….

Wie es wohl sein muss, so leichtes Gepäck zu haben, dass man bei der Reise von einer Unterkunft zur nächsten nicht halb vom Roller fällt, weil der schwere Backpack auf eine Seite kippt? Oder wenn der Schuh aufgeht und man easy sich runterbeugen kann – statt 5 Minuten braucht um wieder runter und hoch zu kommen unter Qualen der Last :D

Ich hoffe, ich werde diese Erfahrungen irgendwann machen können :) !

Ein Gedanke zu „Leichtes Gepäck – Gedanken nach der Reise

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