Reduziert packen – so verdammt schwer!?

Man sollte meinen, wenn man seinen Kleiderschrank + Inhalt so sehr aussortiert hat, sollte Packen ganz einfach sein. So sagen es die Leute ja immer in den Videos über Minimalismus und Co. „Ich habe nur 2 Shirts und 2 Hosen…“ dann holen sie ihren Rucksack hervor und zeigen, wie leicht und easy alles ist.

Das Handyladekabel, das Tablet, ein tolles Buch, ein Deo, die Zahnbürste und los geht die Reise.

So einfach ist es nicht. Nicht für mich.

Obwohl ich dieses Jahr so ganz anders wie sonst aussortiert habe („Macht mir das noch Freude?“) und somit nur noch die Stücke besitze, die ich wirklich gerne trage – eine 1 monatige Reise nach Asien ist schon etwas ganz anderes.

Man braucht Dinge, die man sonst nie braucht. Dinge, die man weggegeben hat.

Bildschirmfoto 2017-08-10 um 18.49.40.pngDie alten Sneakers, die ich nicht mehr getragen habe. Genau die brauche ich jetzt. Denn welche Option habe ich? Die neuen, weißen Laufschuhe? Macht sich sicher gut, bei Sand und Schlammboden :D !

Dinge, die ich noch nicht ersetzt habe. Die 3 Shirts, die ich habe, weil ich sonst keine hätte, die aber für dort viel zu warm sind. Man braucht extra dünne Shirts, wenn die Sonne gnadenlos auf dich runterprallt, während du mit einem riesigen Rucksack durch die Gegend läufst.

Da bei uns ja auch Sommer war (ist), fühlte sich die Neuanschaffung sogar okay an.

Ich könnte einen extra Beitrag schreiben, wie ich 3 Tage lang durch die Läden gerannt bin, um etwas zu finden was dort, aber auch hier passt, was überhaupt passt, was mir gefällt. Es war eine einzige Odyssee.

Früher hätte ich das in 1 Tag gemacht, jedoch wären da sicher auch viele Fehlkäufe dabei gewesen. Alleine das einkaufen war also so unglaublich anstrengend (zurücklegen, immer wieder zurücklegen lassen), daheim nochmals überprüfen, ein Loch von der Sicherung bemerken, umtauschen….

Die ganzen anderen Dinge die man braucht:

Von Versicherung bis Reisepass…

Medikamente. Kosmetik. Wieviel Sonnencreme? Brauche ich eine Tagescreme? Brauche ich einen kleinen Handspiegel? Wieviel Duschgel? Oh verdammt, ich brauche eine Zahbürstenbox!

Technik. Nen halben Tag lang Speicher leeren auf Fotokarten und Handy. Nehme ich meine Spiegelreflex mit? Oder meinen alten Foto?

Bildschirmfoto 2017-08-10 um 18.53.45.pngRucksack. Dieser teure Rucksack. Geliehen von der Freundin. Check. 65Liter.

„Das ist mir eigentlich viel zu groß, ich will gar nicht so viel mitnehmen“.

Früher habe ich mir all diese Überlegungen auch gestellt, jedoch dann „zur Sicherheit“ eben alles doch in den Rucksack gepackt. Ich hatte das Gefühl, dass das dieses Mal anders ablief.

Zu Hause zeigte die Waage für den Rucksack 11 kg an. Ca. 4 Kilo weniger als bei meiner letzten Reise. Beim Flughafen sah es wieder anders aus. Mit Medikamente waren es dann doch wieder 13 Kilo.

Ein bisschen Enttäuschung auf meiner Seite.

Wieso ist reduziert packen nur so schwer?

Ich konnte mich an meine letzte 1-monatige Asienreise nur sehr schwer erinnern im Bezug auf Gepäck, wusste nur, dass es zu viel war, nicht exakt, was genau.

Weil man eben doch unsicher wird (Tropenhitze aber auch Tropenregen!) und man nach 1x eben doch noch kein Experte ist, packt man mehr ein.

Ich habe verglichen mit Fotos, (wieviel Shirts hatte ich damals dabei?), versucht, bei allem die Hälfte mitzunehmen…Betonung liegt auf versucht.

Durch die ganzen Neuanschaffungen (die gleichzeitig auch für Deutschland gelten sollten) war es im Endeffekt einfach zu viel Überlegungen aufeinmal – man fühlt sich überfordert.

Denn was machst du, wenn deine Klamotten zu 80% aus schwarzen oder dunklen Sachen besteht, du das aber auf keinen Fall gebrauchen kannst dort? Richtig, du kaufst dir eine helle Garderobe. Aber bei jedem Teil überlegst du: Würde ich es auch hier tragen? Bei manchen Sachen stand ich sicher 15-30 Minuten da und habe versucht abzuschätzen, was die Zukunft bringt.

Mit was kann ich diese Hose tragen? Mag ich das Muster? Wirklich? Kann ich die Hose dort mit allen Shirts tragen? Was habe ich überhaupt für Shirts dabei? Welche Farben sind es nochmal? Sherlock wäre stolz auf meinen Gedankenpalast gewesen. Mein Geldbeutel war es auch.

Aber reduziert packen, ist nichts, was man kurz mal so macht.

Nicht, wenn man auf einen anderen Kontinent reist. Nicht, wenn man 1 Monat Voraus denken muss. Nicht, wenn du jede Entscheidung auf deinem Rücken trägst.

Deshalb werde ich mir eine ausführliche Packliste machen und hier veröffentlichen, damit ich aus Fehlern lernen kann und vielleicht auch Du den einen oder anderen Tipp mitnehmen kannst, egal was für ein Urlaub du machst :)

Natürlich darf man mit sich selbst auch nicht zu streng sein, sicher habe ich weniger mitgenommen als vorher. Aber man will z.B. auch nicht vor Ort alles neu kaufen müssen  (Zeit!) oder ständig andere Leute fragen.

Man will sich eben nicht im Urlaub Gedanken machen müssen um Dinge – deshalb gibt es ja die Planung im Voraus.

Groß geplant habe ich nicht. Allerdings ist mir eines aufgefallen: Obwohl ich viel besorgen musste, war das Packen an sich klarer als sonst. 

Mein Zimmer, sowieso nun schon sehr reduziert an Gegenständen, hat mich nicht vom Packen abgelenkt. Ich dachte nicht ständig: „Was brauche ich noch hier drin?“

Trotz der neuen Kleidung ging dann alles sehr schnell am Ende, denn ich wusste ja genau, was auf meiner Kleiderstange noch hing und in der Kommode war. Überblick schafft einem Zeit und Ruhe. Ich bin nicht wie sonst wild umhergesprungen und habe nach Sachen gesucht, allein die Entscheidung mit Unterwäsche und Co lief viel einfacher ab (weniger haben, weniger verrückt machen mit „Was zieh ich an?“). Auch die ganzen Sachen aus dem Bad – alles klar und strukturiert eingepackt.

Innerhalb kürzester Zeit war der Riesen-Rucksack fertig gepackt. Und das, ohne zu wissen, wo man schläft, was man am Ende zur Verfügung hat für 1 Monat. Deswegen bin ich auch ein bisschen stolz auf mich und die typische Hektik war dieses Mal nicht da.

Sicher, wir haben beide das Gefühl das alles auf den letzten Drücker war, aber das lag eher daran, dass wir generell erst spät angefangen haben zu packen. So kurz vor der Mitfahrgelegenheit :D Nicht zu empfehlen… nicht möglich, wenn man vorher nicht sein Leben so klar aussortiert hat. Aber so: okay.

Ich kann mir vorstellen, dass das Packen innerhalb Deutschlands oder für eine Reise in eine andere europäische Stadt noch so viel einfacher verläuft, falls wir das in Zukunft machen.

Und das nächste Mal, wird’s sicher auch ein deutlich kleinerer Rucksack ;)

Bildschirmfoto 2017-08-10 um 18.54.56.png

 


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mehr Artikel dazu: 1 Monat Ordnung auf Reisen – Von Hostel bis Luxus Hotel

3 Gedanken zu „Reduziert packen – so verdammt schwer!?

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